GEW Hessen News Feed http://dev.vbox.intern de_DE GEW Hessen Tue, 23 Jul 2019 11:39:21 +0200 Tue, 23 Jul 2019 11:39:21 +0200 TYPO3 EXT:news news-455 Sun, 14 Jul 2019 11:10:16 +0200 Kassel nimmt Platz - Den Naziaufmarsch verhindern! https://www.gew-nordhessen.de/home/details/455-kassel-nimmt-platz-den-naziaufmarsch-verhindern/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=eec9f916154ecb72f4f539cc591c4eb2 Kundgebung, Samstag, 20. Juli, 11 Uhr, Hauptbahnhof Kassel Das Bündnis gegen Rechts Kassel wird am 20. Juli dafür einstehen, dass Kassel kein Treffpunkt von Nazis wird. Den Aufruf unterstützen mit der GEW-Nordhessen mehr als 75 Verbände, Institutionen, Parteien, Initiativen und Personen als Erstunterzeichner*innen: "Uns eint die Überzeugung, dass es kein Recht auf Nazipropaganda gibt. Gemeinsam stellen wir uns dem rechten Aufmarsch gewaltfrei aber entschlossen entgegen!" Aktuelle Infos unter www.bgr-kassel.de

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Hochschule Aktuelles
news-454 Fri, 05 Jul 2019 13:59:27 +0200 Notstand der Menschlichkeit https://www.gew-nordhessen.de/home/details/454-notstand-der-menschlichkeit/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=9217c3b269e509af72cc4d5a51df8601 06.07. 14 Uhr am Obelisk in Kassel Die Seebrücke Kassel ruft auf:

"Liebe Freund*innen und Unterstützer*innen,

es reicht!


Kommt am 06.07. mit uns zum Obelisken! Für die Rechte von Geflüchteten und für #Seenotrettung !

Carola Rackete, die Kapitänin der Sea Watch, hat an Bord der Sea-Watch 3 den Notstand ausgerufen und ist nach über zweiwöchiger Hängepartie auf eigene Faust in italienische Gewässer gefahren. Carola Rackete machte das einzig Richtige: Sie rettete Leben, beweist Haltung und verteidigt die Menschenrechte. Das können und müssen wir auch tun und deswegen rufen wir den Notstand der Menschlichkeit aus!

CAROLA IST FREI! ABER NICHTS IST OKAY!

Das Problem ist nicht gelöst! Lasst uns zeigen, dass wir dranbleiben bis gegen niemanden mehr wegen der Rettung von Menschen ermittelt wird, bis niemand mehr auf der Flucht ertrinken muss!
 

Wenn die EU nicht in der Lage ist, die Verantwortung zu übernehmen, werden wir es tun.

Der große Aufschrei in der Zivilgesellschaft hat zu dieser schnellen Freilassung beigetragen. Lasst uns laut bleiben!

WIR ALLE SIND DIE SEEBRÜCKE! UND WIR SIND VIELE!

Wer Interesse hat, uns bei der Durchführung zu unterstützen, kann sich gerne an jolanta@seebruecke.org wenden – wir freuen uns über jede helfende Hand!

Bringt gerne orange Stoffstreifen mit zur Veranstaltung und bitte leitet den Aufruf an alle Interessierten weiter!

Wir freuen uns auf Euch!
Solidarische Grüße
SEEBRÜCKE Kassel"

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Hochschule Aktuelles
news-453 Thu, 04 Jul 2019 09:00:06 +0200 GEW in Bildung unterwegs: „Gute Bildung braucht gute Gebäude“ https://www.gew-nordhessen.de/home/details/453-gew-in-bildung-unterwegs-gute-bildung-braucht-gute-gebaeude/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=2de6a8b9bb01a4c0e2e127236833ecf5 GEW-Vorsitzende Marlis Tepe besucht Kassel Kaputte Fenster, stinkende Toiletten: Viele Schulen müssen dringend saniert werden - zum Beispiel die Schule Hegelsberg in Kassel. Auf ihrer Tour durch die Länder macht GEW-Chefin Marlis Tepe deutlich, warum gute Bildung gute Räume brauche.

Direkt über dem Eingang ist eine Fensterscheibe kaputt, Klebestreifen überdecken notdürftig die Sprünge im Glas. Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe blickt an der verwitterten Fassade der Schule Hegelsberg hoch. „Ein typischer 70er-Jahre-Bau“, sagt die Gewerkschafterin, „in einem sehr schlimmen Zustand.“ Auf ihrer Tour durch die Bundesländer macht sie einen Tag lang Station in Kassel. Die Kommune glänzt gerne als documenta-Stadt, doch ihre Schulgebäude zeigt sie lieber nicht vor. Beim Besuch der GEW-Chefin in der kooperativen Gesamtschule ist Fotografieren verboten. Das Gebäude gibt ein trauriges Bild ab: Fenster sind undicht, Deckenplatten herausgefallen, Heizungen defekt, Jalousien stinken nach Schimmel, hier und da regnet es durchs Dach.

„Wenn die Räume vernachlässigt sind, fühlen sich Kinder und Lehrkräfte nicht wohl“, betont Tepe. Der Raum sei der „dritte Pädagoge“. Zu guter Bildung gehörten gute Gebäude dazu. Davon kann vielerorts keine Rede sein. Bei einer bundesweiten Umfrage hätten 59 Prozent der Kolleginnen und Kollegen angegeben, dass ihre Schule dringend saniert werden müsse, berichtet die GEW-Vorsitzende. „Die Varianz ist riesig.“ Sie bezifferte den Investitionsstau auf 42,8 Milliarden Euro.

Pünktlich zur Tour hat der GEW-Landesverband zusammengetragen, wie viel die Städte und Kreise in Hessen für Bau und Sanierung ihrer Schulen ausgeben. Das Ergebnis: Kassel belegt den letzten Platz. Die Studie zeigt auf, dass der Hochtaunuskreis im Speckgürtel von Frankfurt am Main jedes Jahr knapp 1.300 Euro pro Schülerin und Schüler für Bauinvestitionen und Instandhaltung aufbringt. Im Durchschnitt kommen die Kreise und Städte auf 570 Euro pro Kopf. In Kassel sind es 246 Euro. Die Stadt hat angekündigt, fünf besonders desolate Schulen zu sanieren, darunter die Schule Hegelsberg in der Nordstadt. „Das wird nicht reichen“, sagt die GEW-Landesvorsitzende Birgit Koch. Ihrer Meinung nach muss bei der Finanzierung auch das Land in die Verantwortung genommen werden.

„Wären wir als Lehrkräfte nicht selbst auf die Barrikaden gegangen, hätte sich hier nichts getan.“ (Olga Volbracht)

Die Sanierung ihrer Schule werde gerne als nettes Geschenk verkauft, sagt der Lehrer Lutz Getschmann. „Nein. Das haben sich die Menschen aus dem Stadtteil und aus der Schule erkämpft.“ Lange hätten die Kolleginnen und Kollegen geschwiegen, aus Angst vor negativen Schlagzeilen. Doch schließlich seien sie an die Öffentlichkeit gegangen und hätten Druck aufgebaut. Auch seine Kollegin Olga Volbracht ist überzeugt: „Wären wir als Lehrkräfte nicht selbst auf die Barrikaden gegangen, hätte sich hier nichts getan.“ Tepe lobt – den Mut der Lehrkräfte, die Missstände aufzuzeigen.

Ab Herbst beginnt die Planungsphase. Was sie sich wünschen würde, fragt die GEW-Chefin die 16-jährige Celine. „Eine bessere Schule, eine schönere Schule“, antwortet die Schülerin. Ohne schreckliche Toiletten. Eine Schule, in der sich alle wohlfühlten. Ohne überfüllte Klassen. „Ich wünsche mir, dass nicht nur diese, sondern auch alle anderen Schulen renoviert werden.“

Yvonne Eickmann von der Schulleitung kündigt an, dass es bei der Sanierung nicht nur darum gehen solle, neue Räume bereit zu stellen. Es müsse ein räumliches Konzept entwickelt werden, das zur Pädagogik passt. In der Gesprächsrunde mit der GEW-Vorsitzenden machen die Lehrkräfte deutlich, wie sehr die Herausforderungen in den vergangenen Jahren gestiegen seien. Viele Flüchtlingskinder kommen als Seiteneinsteiger an die Schule, die zunächst gar kein oder nur sehr wenig Deutsch sprechen. Zudem sitzen immer mehr Schülerinnen und Schüler mit speziellem Förderbedarf in den Klassen. Und das alles in einem Stadtteil, der ohnehin von sozialen Problemen geprägt ist.„

Hier bekommen Kinder eine Chance, die ihnen keine andere Schule gegeben hätte“, sagt Lehrer Getschmann. Das Problem: „Die personelle Ausstattung hat nicht Schritt gehalten mit der Herausforderung.“ Eickmann merkt an, dass zusätzliche Stunden von Förderschullehrkräften bereitgestellt würden. Der Lehrer Christian Freitag erwidert: „Mir sind die Zahlen völlig wurscht.“ Bei ihm im Chemieunterricht sei kein Förderschullehrer angekommen. „Ich bin da alleine.“ Teilweise sei es sehr mühsam zu unterrichten. Deshalb will er ab nächstem Schuljahr statt Chemie allgemein Naturwissenschaften anbieten und projektorientierter arbeiten. „Wir müssen anders unterrichten.“

Die GEW-Landesvorsitzende Maike Wiedwald hebt hervor, dass Inklusion, Ganztag und Co. auch andere Räume erforderten: weg von langen Fluren, hin zu Gruppenarbeitsräumen. „So etwas gelingt am besten, wenn man einen Schulbau demokratisch plant und gestaltet“, betont Wiedwald. Deshalb sei wichtig, bei der Sanierung alle einzubeziehen: Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler.

„Wir wollen als Personal gezählt werden, nicht länger als Sachmittel.“ (Paul Schäfer) 

Zum Abschluss ihres Besuchs setzt sich die GEW-Vorsitzende an der Uni Kassel mit Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern zusammen. Dort tut sich gerade einiges. Wissenschaftliche Mitarbeiter kämpfen für Entfristung, studentische Hilfskräfte streben einen Tarifvertrag an. „Wir wollen als Personal gezählt werden, nicht länger als Sachmittel“, erklärt Paul Schäfer von der Initiative der wissenschaftlichen Hilfskräfte. Die GEW-Delegation macht deutlich, dass sie dabei auf die Unterstützung der Gewerkschaft zählen könnten.

Voraussetzung für Tarifverhandlungen sei allerdings, dass sich mehr Hilfskräfte organisierten, fügt Wiedwald hinzu. Sonst würde der Arbeitgeber bei der Forderung nur müde lächeln. „Wir müssen noch viel mehr werden.“ Die Kampagne steht noch am Anfang, für Herbst ist eine Auftaktveranstaltung geplant. Für alle ist laut Tepe klar: „Unser Ziel ist, prekäre Beschäftigungsverhältnisse an Unis zu reduzieren, daran arbeitet der GEW-Hochschulbereich seit Jahren!“

Text: Kathrin Hedtke, freie Journalistin | Fotos: Martin Leissl, Fotograf 

Dieser Text ist erstmals auf der Homepage des GEW-Hauptvorstandes erschienen:
https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gute-bildung-braucht-gute-gebaeude/ 

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Hochschule Aktuelles
news-452 Thu, 04 Jul 2019 08:58:26 +0200 Rückwirkende Auszahlung der Tarif- und Besoldungserhöhung 2019 https://www.gew-nordhessen.de/home/details/452-rueckwirkende-auszahlung-der-tarif-und-besoldungserhoehung-2019/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=03b863e40a5db172d36f91fb0b5be853 Information für Beamtinnen und Beamte sowie Angestellte des Landes Tarifbeschäftigte
Mit dem Tarifabschluss 2019 zum TV-Hessen Ende März haben das Land Hessen und die Gewerkschaften eine rückwirkende Entgelterhöhung zum 1. März 2019 um 3,0 Prozent (bzw. um 4,5 Prozent in der Stufe 1 in allen Entgeltgruppen), mindestens um 100 Euro monatlich vereinbart. Nach Auskunft des Innenministeriums wird die Entgelterhöhung rückwirkend mit den Juli-Bezügen (Ende Juli) zur Auszahlung gebracht. Sofern bis zu diesem Zeitpunkt die redaktionellen Tarifverträge noch nicht unterschrieben sein sollten, erfolgt die Auszahlung mit dem Hinweis „unter Vorbehalt“ in der Bezügeabrechnung.


Beamtinnen und Beamte sowie Versorgungsempfänger und -empfängerinnen
Das Gesetzgebungsverfahren zu einer zeitgleichen und systemkonformen Anhebung der Besoldung für die Beamtinnen und Beamten sowie der Versorgungsbezüge ist im Juni abgeschlossen worden. Dies bedeutet, dass sich rückwirkend zum 1. März dieses Jahres die Bezüge um 3,2 Prozent erhöhen. Die Bezüge der Anwärterinnen und Anwärter werden rückwirkend zum 1. Januar 2019 um 3,2 Prozent angehoben. Das Gesetz dürfte in der ersten Julihälfte im Gesetz- und Verordnungsblatt des Landes Hessen veröffentlicht werden und in Kraft treten. Laut Information der Hessischen Bezügestelle wird die rückwirkende Besoldungserhöhung mit den Bezügen für den Monat August ausgezahlt.

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Aktuelles
news-451 Mon, 01 Jul 2019 11:15:37 +0200 Herbstakademie Weiterbildung https://www.gew-nordhessen.de/home/details/451-herbstakademie-weiterbildung/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=550b8d8b18aaf4103704219e357bf093 Ankündigung Weiterbildungstagung des GEW-Hauptvorstandes 24./25.10. in Frankfurt a. M. Am 24und 25. Oktober findet die Herbstakademie, die regelmäßig stattfindende Weiterbildungstagung des GEW-Hauptvorstandes, mit dem Titel "Gute Arbeit in der Weiterbildung - Gewerkschaftliche Anforderungen an die Nationale Weiterbildungstrategie" an der Goethe-Uni Frankfurt statt. Unter folgender Adresse ist das programm zu finden: Link

Anmeldeschluss ist der 31. September

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Aktuelles
news-442 Fri, 28 Jun 2019 12:50:00 +0200 Gewerkschafter_innen gestalten Nordhessens Zukunft mit! DGB-Zukunftsdialog https://www.gew-nordhessen.de/home/details/442-gewerkschafter-innen-gestalten-nordhessens-zukunft-mit-dgb-zukunftsdialog/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=005c9c3c9f9c2bd0eaa847949a7566dc 07.09.2019, 10 bis 15 Uhr Baunatal, GenoHotel, Schulze-Delitzsch-Straße 2 Konferenz im DGB-Zukunftsdialog

Wir setzen die Themen auf die Agenda, die den Menschen in Nordhessen und uns als DGB Gewerkschaften wichtig sind. Gemeinsam suchen wir Lösungen für aktuelle Herausforderungen.

Zum Zukunftsdialog der nordhessischen DGB-Kreisverbände laden wir aktive Gewerkschafter*innen ein, um mit Entscheider*innen, Politiker*innen und Partner*innen der Gewerkschaften über Zukunftsfragen für Nordhessen zu diskutieren.

Der Dialog lebt von deinen Fragen, deinen Wünschen und deiner Erfahrung. Bringe dich ein – reden wir gemeinsam über eine gerechte Zukunft für alle!

Anmeldung - hier online über die Website des DGB Nordhessen

 

Ablauf der Konferenz:

09:30 Uhr Ankommen

10:00 Uhr Begrüßung Jenny Huschke (DGB) und Grußwort Silke Engler (Bürgermeisterin Stadt Baunatal)                                                       

anschließend: Foren 1 - 4 am Vormittag

12:00 Uhr Mittagspause & Aktion
 
anschließend: Foren 5 - 8 am Nachmittag
 
Abschluss und Ausblick

 

Foren am Vormittag:

1.    Gesundheitsversorgung auf dem Land ausbauen

Es diskutieren u.a.: Elke Künholz (Sozialdezernentin Hersfeld-Rotenburg), MdL Daniela Sommer (SPD), MdL Wiebke Knell* (FDP) und Ralf Metzger* (AOK Hessen)

2.    Bezahlbarer Wohnraum in Kassel für alle

Es diskutieren u.a.: Christof Nolda (Dezernent Stadtentwicklung der  Stadt Kassel), Patrick Hartmann (Stadtverordneter, SPD), Violetta Bock (Stadtverordnete, Die Linke), Maximilian Marlisch (Mieterbund Nordhessen e.V.), Thorsten Endlein (Antidiskriminierungsnetzwerk Nordhessen) und Dustin Kielhorn* (DGB Campus Office Uni Kassel)

3.    Öffentliche Aufträge nur an tariftreue Unternehmen

Es diskutieren u.a.: Vertreter_in des Zoll*, Natalie Koch* (Vergabestelle Landkreis Hersfeld-Rotenburg), MdL Markus Hofmann* (Bündnis 90/Die Grünen), MdB Timon Gremmels (SPD), Marco Diegel* (Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg) und Steffi Grimm (DGB)

4.    Digitalisierung heute - was heißt Arbeit 4.0 für uns?

Auswirkungen auf unseren Arbeitsalltag und die Mitbestimmung - überbetrieblicher Austausch der Mitgliedsgewerkschaften und ihren aktuellen Schwerpunkten mit u.a. Inge Lippert (DGB)

 

Foren am Nachmittag:

5.    Öffentlichen Nahverkehr in Nordhessen stärken

Es diskutieren u.a.: Steffen Müller* (NVV), MdB Sabine Leidig (Die Linke), Vertreter_in Bündnis 90/Die Grünen Kassel* und Herbert Vaupel* (Bürgermeister Malsfeld)

6.    Gute Bildung und Betreuung für jedes Kind

Es diskutieren u.a:  Annette Knieling (Staatliches Schulamt Kassel), Uwe Schmidt* (Landrat und Bildungsdezernent Landkreis Kassel), MdL Daniel May* (Bündnis 90/Die Grünen), MdL Armin Schwarz (CDU), Stephan Wassmuth (Landeselternbeirat Hessen), Lukas Mühlbauer (Kreisschulsprecher Kassel-Land)

7.    Industrie im Umbruch: Arbeitsplätze der Zukunft  

Es diskutieren u.a.: Vertreter_in Regionalmanagement Nordhessen*, Lisa Schaumburg (Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH), MdL Torsten Felstehausen (Die Linke) und MdL Kaya Kinkel (B90/Grüne)

8.    Gewerkschafterinnen – ein Netzwerk im DGB

Gewerkschaftsinterner Austausch über Gleichstellungs- und Frauenpolitik und die zukünftige Zusammenarbeit im DGB Nordhessen

* angefragt, Zusage steht noch aus

 

Einladung zum Download: Konferenz im DGB-Zukunftsdialog in Nordhessen (PDF)

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Hochschule Aktuelles
news-450 Fri, 28 Jun 2019 11:05:41 +0200 Sind Notfallpläne in Kindertagesstätten mitbestimmungspflichtig? https://www.gew-nordhessen.de/home/details/450-sind-notfallplaene-in-kindertagesstaetten-mitbestimmungspflichtig/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=b44e54bed458e17e871c0edaf15e82ab Kollektives Arbeitsrecht Sind Notfallpläne in Kindertagesstätten mitbestimmungspflichtig? Ja.

Da sich die folgenden Maßnahmen alle auf die Arbeitszeit beziehen liegt ein Mitbestimmungsrecht nach § 73 Abs. 1 Nummer 9 HPVG ((Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit) sowie § 87 Abs. 1 Nummer 3 BetrVG (vorübergehende Verkürzung oder Verlängerung der Arbeitszeit) vor bei:

  • Reduzierung der Betreuungszeiten auf Kernzeiten
  • freiwilliges früher Abholen
  • gar nicht erst Bringen von Kindern
  • Beurlaubung von Kindern
  • Schließung von Einrichtungen 

Die Maßnahmen:

  • Leitungskräfte gehen in den Gruppendienst,
    werden Kolleg*innen aus anderen Einrichtungen hinzugeholt

unterliegen dem Weisungsrecht des Dienstherrn (keine Mitbestimmung).

Die Maßnahme:

  • Leiharbeiter*innen werden eingesetzt

unterliegt dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz.

Bezogen auf die Maßnahme:

  • Fortbildungen werden abgesagt

müsste man schauen, was genau vereinbart und verschriftlicht wurde. Wenn es eine schriftliche Genehmigung des Arbeitgebers gibt, können sich die Beschäftigten darauf berufen.

Bei der Maßnahme

  • Zeitausgleich wird verschoben

kann es sehr gut sein, dass es Betriebsvereinbarungen zum Abbau von Überstunden gibt. Hier hat der Personalrat/Betriebsrat darauf zu achten, dass die dort vereinbarten Regelungen eingehalten werden.

Zum Thema:

  • Urlaub soll unterbrochen werden

muss man die Beschäftigten darüber aufklären, dass sie nicht verpflichtet sind, den Urlaub abzubrechen.

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Aktuelles
news-449 Thu, 27 Jun 2019 16:08:06 +0200 "Die Zeit, den Beruf professionell auszuüben, ist nicht vorhanden." https://www.gew-nordhessen.de/home/details/449-die-zeit-den-beruf-professionell-auszuueben-ist-nicht-vorhanden/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=0910da20aa787cb901da7645a644f54f Eine Kollegin berichtet aus ihrem Arbeitsalltag in einer Krippe. Foto: Bert Butzke

Der untenstehende Beitrag dokumentiert den Arbeitsalltag in einer Krippe. Er wurde verfasst von einer Kollegin aus Nordhessen, die dort bei einem freien Träger arbeitet. Auch wenn die Arbeitsbedingungen sicher nicht in allen Einrichtungen gleich sind, sondern durchaus träger- und ortsspezifische Unterschiede bestehen, so lassen sich die geschilderten Bedingungen dennoch verallgemeinern: allerorten beklagen Kolleg*innen, eine Vielzahl verschiedener Aufgaben, die hohes Engagement und Aufmerksamkeit verlangen, gehetzt und unter ständigem Druck erledigen zu müssen.

Unterbesetzung ist die Regel und keineswegs die Ausnahme; eine wie auch von der GEW geforderte Verbesserung der Fachkraft- Kind- Relation, die pädagogisch mittelbare Zeiten und Ausfallzeiten (Krankheit, Urlaub, etc.) angemessen berücksichtigt, ist dringendst notwendig – der folgende Bericht verdeutlicht dies in eindrücklicher Weise.

Ich komme aus der Garderobe und betrete die Gruppe. Da schallt mir schon Emils Stimme entgegen „Hallo Rina“ und er rennt mich gleich fast um. Meine Kollegin, die bisher mit fünf Kindern alleine in der Gruppe war, schmiert Frühstücksbrote und schneidet Obst während wir kurz ein paar Absprachen treffen und nebenbei schon das Gruppengeschehen tobt. Unsere dritte Kollegin ist vertretungsweise in einer anderen Gruppe. Dies ist an neun von zehn Tagen der Fall, da in unserem Team eine volle Stelle unbesetzt und eine Kollegin langzeiterkrankt ist.

Max wird gebracht, ich spreche mit dem Vater über den anstehenden Wechsel seines Sohnes in den Kindergarten und wie wir diesen organisieren wollen. Max verabschiedet sich und möchte ein Buch vorgelesen bekommen. Das Vorlesen muss unterbrochen werden, weil gerade Ida nach dem Abschied von ihrer Mutter getröstet werden muss. Ich begleite sie ans Fenster, um der Mutter zu winken.

Maya wird gebracht und ich muss mit ihrer Mutter kurz etwas besprechen, was die Zahlung des Krippenbeitrages betrifft. Mit Ida auf dem Arm gehe ich an die Garderobe und spreche mit Mayas Mutter. Während einer, ein paar Sekunden dauernden, Gesprächspause ergreift Fabians Mutter die Chance und spricht mich an: Sie habe Sonnencreme mitgebracht. Wo solle diese denn aufbewahrt werden?

Merle wird gebracht und möchte mit mir winken gehen. Nebenbei will ich Mayas Mutter eine Telefonnummer aufschreiben. Als ich zurück an die Garderobe komme, ist sie schon weg. Na gut, dann eben morgen...

Nun verabschiedet sich auch Fabians Mama. Fabian ist 13 Monate alt und das jüngste Kind der Gruppe. Seine Eingewöhnung ist gerade abgeschlossen. Jedoch wird er noch viel auf dem Arm getragen. So auch heute. Nach der Verabschiedung weint er und braucht Körperkontakt mit seiner Bezugserzieherin.

Wir wollen mit dem Morgenkreis beginnen. Für Aufräumen ist keine Zeit mehr. Dafür hat sich die Bringzeit heute zu lange hingezogen. Wir rufen die Kinder zusammen und wollen uns auf dem Bauteppich treffen. Meine Kollegin sammelt mit Fabian auf dem Arm einige Kinder in der Puppenecke auf und lädt sie zum Morgenkreis ein.

Nach dem Morgenkreis: Händewaschen. Mit 12 Kindern zum Waschraum, Fabian wird getragen (laufen kann er noch nicht), verhindern, dass sie sich gegenseitig nassspritzen oder von den Waschbecken wegschubsen. Emil ist als einer der ersten fertig und will gleich noch mal in der kleinen Toilette die Klobürste ausprobieren, während wir Erwachsenen nicht hinschauen, weil wir anderen Kindern Unterstützung geben. Also Emil: gleich noch mal Händewaschen.

Nun geht es wieder in die Gruppe zum Frühstück. An den viel zu kleinen Tisch. Es ist ein Krippentisch für 8-10 Kinder und nun drängeln sich dort 12 Kinder plus zwei Erwachsene. Bei der Enge fliegt schnell mal der ein oder andere Becher vom Tisch oder ein Kind beißt seinen Sitznachbarn, weil es sich bedrängt fühlt. So sind auch heute schon zwei Becher vom Tisch geflogen bis alle Kinder etwas zu essen und zu trinken haben. Den Tischspruch nicht vergessen und dann Guten Appetit!

Fabian wird noch aus dem Gläschen gefüttert. An feste Nahrung gewöhnt er sich gerade so langsam. Vieles spuckt er wieder aus, sodass er noch seinen Brei braucht um satt zu werden. Meine Kollegin kümmert sich um ihn, während ich die anderen elf beim Essen unterstütze. Tee eingießen, den Teller mit dem Brot reichen, Verschüttetes aufwischen. Mein eigenes Frühstück kommt heute zu kurz.

Wir beschließen, das Zähneputzen heute sein zu lassen. Zu zweit mit 12 Kleinkindern sparen wir uns den Stress. Wir müssen ohnehin etwa eine Stunde allein für das Wickeln bzw. die Begleitung auf Toilette einplanen.

Wir beenden das Frühstück. Die Kinder dürfen aufstehen und spielen. Wir räumen den Tisch ab, die Spülmaschine ein. Ein Kind muss dringend gewickelt werden. Während meine Kollegin also zum Wickeln geht, schalte ich noch die Spülmaschine ein, wische den Tisch ab und habe gleichzeitig elf Kleinkinder im Blick, trage also die Verantwortung für das Wohl von elf Kleinkindern! Hier und da muss noch eine Streitigkeit um Spielzeug geschlichtet werden. Emil hat Maya im Schwitzkasten, weil sie etwas genommen hat, was er auch haben wollte. Erst mal einschreiten und Verletzungen verhindern. Dann die Entscheidung: spreche ich nun mit Emil über sein Verhalten und dass es nicht okay ist oder tröste ich Maya. Ich entscheide mich fürs Trösten.

Meine Kollegin kommt zurück. Wir wollen in den Garten. In der Garderobe helfen wir den Kindern beim Anziehen. Während die ersten dann schon in ihren Matschhosen schwitzen und von der Enge und Hitze in der Garderobe unruhig werden, müssen wir weiterhin die Ruhe bewahren. Die Kinder nicht einfach nur anziehen, sondern sie darin unterstützen, möglichst viel selbst zu tun. Die Garderobensituation soll eine Bildungssituation sein. Immer wieder kommt ein Kind und möchte Hilfe. Immer wieder sagen wir „Warte kurz, jetzt ist erst xy dran“.

Fertig. Alle sind angezogen. Nun noch schnell Fabian auf den Arm und ab nach draußen. Im Garten: Entspannung für alle.

20 Minuten später müssen wir wieder rein. Die Gruppe ist heute vollzählig und wir müssen viel Zeit zum Wickeln einplanen. Das Ausziehen geht schneller. Nun noch alle Kleidungsstücke an die richtigen Garderoben sortieren und für jedes Kind die richtigen Hausschuhe finden.

Meine Kollegin wickelt die Kinder oder begleitet sie auf die Toilette. In dieser Zeit bin ich mit den jeweils anderen elf alleine in der Gruppe. Bei 12 Kindern kann das schon mal eine Stunde dauern. So hat man für jedes Kind fünf Minuten Zeit. Nicht gerade viel für beziehungsvolle Pflege.

Die Kinder haben Durst. Ich gebe ihnen zu trinken, helfe bei verschiedenen anderen Aktivitäten, schlichte Streit, tröste, verhindere Unfälle und muss nebenbei noch die Spülmaschine ausräumen, damit gleich wieder Platz ist für das Geschirr vom Mittagessen.

Das Mittagessen kommt. Die Kinder sitzen wieder am viel zu engen Tisch. Zwei sind schon müde und weinerlich. Alle haben Hunger. Wir verteilen das Essen so schnell wir können. Irgendwer ist trotzdem immer der letzte und muss zwischendurch beschwichtigt werden. „Ja ich komme auch gleich zu dir.“ Als die letzten Kinder auch endlich etwas haben, sind die ersten schon wieder fertig. Fabian wird wieder gefüttert. Für das eigene Essen, auch den „pädagogischen Happen“ bleibt kaum Zeit. Schon gar nicht dafür, ein gutes Essensvorbild zu sein oder mit den Kindern darüber zu sprechen, was es denn heute überhaupt so gibt und wie es schmeckt.

Fabian muss zum Einschlafen noch getragen werden. Während meine Kollegin ihn schon mal in den Schlaf schuckelt, damit sie danach die Hände frei hat für weitere Kinder, die beim Einschlafen Zuwendung brauchen, verbringe ich das restliche Mittagessen alleine mit der Gruppe. Auch Gustav ist schon sehr müde und fängt an zu weinen und sein Geschirr vom Tisch zu schmeißen. Leider kann ich ihn nicht, seinem Bedürfnis entsprechend, direkt ins Bett bringen. Vorher müssen erstmal alle anderen Kinder aufgegessen haben. Während ich ihn beruhige, klettert Maya auf den Stuhl, weil sie sonst nicht an die Teekanne kommt. Sie fällt herunter und stößt sich den Kopf. Ich kühle die Stelle mit einem Kühlkissen. Nach kurzem Trösten muss ich Maya leider auf das Sofa legen und sich sich selbst überlassen, denn auch die anderen Kinder müssen versorgt sein. Eine Kollegin aus einer anderen Gruppe kommt zufällig vorbei und ich frage, ob sie mir Hilfe schicken kann. Zusammen helfen wir den Kindern dabei, sich zu waschen und auszuziehen. Meine Kollegin kommt aus dem Schlafraum. Fabian schläft. Nun noch die anderen hinlegen. Sie setzt sich zwischen Emil und Manuel, ich zwischen Johann und Max. Alle anderen können schon alleine einschlafen, was für Ein- und Zweijährige Kinder durchaus nicht selbstverständlich ist.

Ich komme aus dem Schlafraum. Nun wird das Chaos des Mittagessens beseitigt. 20 Minuten bin ich mit Geschirr abräumen, Spülmaschine einräumen und Tische und Stühle abwischen beschäftigt.

Jetzt habe ich Feierabend. Soll ich trotzdem noch schnell Gruppenraum und Flur kehren oder meiner Kollegin, die noch im Schlafraum ist, den Schmutz hinterlassen? Ich entscheide mich, wenigstens die größeren Haufen von Reis und Gemüse auf dem Boden wegzukehren.

Jetzt also Feierabend. Ach nein doch nicht. Zuhause fällt mir ein, dass meine Kollegin noch Mayas Mutter berichten muss, dass sie sich den Kopf gestoßen hat und sie darauf achten soll, ob ihr schlecht wird oder sie sich anders unwohl fühlt. Also rufe ich noch einmal in der Krippe an und informiere meine Kollegin.

Im Sommer läuft mein Vertrag in der Krippe aus. Aufgrund des KiföG und der damit verbundenen monatlichen Berechnungen des Personalschlüssels, war er für ein Jahr befristet, damit man mit den Entwicklungen der Kinderzahlen flexibel umgehen kann. Ich werde ihn nicht verlängern. Diese für Kinder und Fachkräfte schlechten Bedingungen trage ich nicht länger mit.

Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, weil ich es wichtig finde, wie Kinder aufwachsen. Sie bestimmen schließlich die Zukunft unserer Gesellschaft. Ich habe es mir als erfüllenden, abwechslungsreichen und anspruchsvollen Beruf vorgestellt, Kinder auf ihrem Weg zu begleiten. Entwicklungen zu beobachten, Angebote zu planen, zu dokumentieren, Eltern in ihren Erziehungsaufgaben professionell zur Seite zu stehen, sich mit anderen Fachmenschen auszutauschen, ... Die Zeit, den Beruf professionell auszuüben, ist aber nicht vorhanden. So wird es schwierig sein vom Basteltantenklischee Abschied nehmen zu können, der mit dem Beruf Erzieher*in verbunden ist, um mehr Menschen für den Bereich der Frühen Bildung zu begeistern. Den Fachkräftemangel wird man so sicherlich nicht beheben. Den Betreuungschlüssel zu verschlechtern, oder vermehrt Menschen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen (Sozialassistent*innen, Kinderpfleger*innen, Kindergartenhelfer*innen) einzustellen, um das Problem kurzfristig zu beheben, wird ebenfalls nicht funktionieren. Vielmehr braucht es eine Professionalisierung des Berufsfeldes. Und die erfordert eben auch angemessene Vor- und Nachbereitungszeiten sowie einen angemessenen Fachkraft-Kind-Schlüssel, der realistisch Fehlzeiten einbezieht, die durch Krankheit, Urlaub und Fortbildung entstehen.

Würden Lehrer*innen so arbeiten müssen wie Erzieher*innen, würden sie während ihres Unterrichts den Unterricht vorbereiten, Klausuren und Arbeitsblätter erstellen, Klausuren korrigieren, Gespräche mit einzelnen Schüler*innen oder Eltern führen oder auch mal die Spülmaschine im Lehrerzimmer einräumen.

Ich habe kein Problem damit, während meiner Arbeitszeit die Spülmaschine einzuräumen oder auch mal aufzuwischen. Das gehört nunmal zum Leben dazu. Diese Tätigkeiten dürfen aber nicht von der Zeit abgehen, die eigentlich für die Kinder da ist.

Von der Zeit, die wir eigentlich für die Beziehungsgestaltung zu den Kindern brauchen. Für Beobachtung und Dokumentation von kindlichen Lern- und Entwicklungsprozessen. Für den Austausch mit Kolleginnen. Für die Zusammenarbeit mit den Eltern. Der hessische Bildungs- und Erziehungsplan sieht es jedenfalls vor, dass wir diese Dinge umsetzen. Zeit dafür habe ich aber keine.

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news-448 Thu, 27 Jun 2019 15:11:14 +0200 Schulen: „Große regionale Unterschiede“ https://www.gew-nordhessen.de/home/details/448-schulen-grosse-regionale-unterschiede/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=2b1d629bdf0bc6a2104580d47c673600 GEW Hessen stellt Zahlen zur Entwicklung der Bauinvestitionen und Instandhaltungsausgaben der Landkreise und kreisfreien Städte für Schulen vor Es gibt große Unterschiede, wie viel Geld die Kreise und kreisfreien Städte in Hessen für Bau und Sanierung der Schulen ausgeben. Das ist das Ergebnis einer Studie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen. Die hessischen GEW-Vorsitzenden Birgit Koch und Maike Wiedwald sowie die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe haben heute Vergleichszahlen zu den Bauinvestitionen und zur Instandhaltung im Schulbereich vorgestellt. Wiedwald zeigte sich von den Ergebnissen überrascht: „Auffällig ist zunächst einmal der vergleichsweise sehr hohe Wert des Hochtaunuskreises und die große Spannweite, die die Werte aufweisen. So hat der Landkreis Hochtaunus pro Jahr und Schülerin beziehungsweise Schüler real fünfmal so viel für Investitionen und Instandhaltung seiner Schulgebäude aufgewandt wie das Schlusslicht, die Stadt Kassel. Auch die Landkreise Main-Taunus und Groß-Gerau weisen immerhin noch einen dreimal so hohen Pro-Kopf-Wert wie die Stadt Kassel auf.“

Wenig überraschend sei, so Koch, dass mit der Stadt Kassel und dem Schwalm-Eder-Kreis zwei Gebietskörperschaften am Ende gelandet sind, die im vergangenen Jahr aufgrund von einsturzgefährdeten Schulen in den Medien waren: „Die Zahlen müssen natürlich mit Vorsicht interpretiert werden. So wissen wir nichts über den Zustand der Gebäude am Ausgangspunkt unserer Berechnung Anfang der 1990er-Jahre. Und die Kreise und Städte stehen aufgrund unterschiedlicher Entwicklungen der Schülerzahlen vor unterschiedlichen Problemen. Aber die Diskrepanz ist schon sehr auffällig.“

Die Ergebnisse spiegelten nach Ansicht von Koch dabei häufig auch die Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen wider: „Während wir aus dem Hochtaunus- oder dem Main-Taunus-Kreis keine Klagen über bauliche Mängel hören, sieht dies etwa in Kassel ganz anders aus. Hier hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Beschwerden und Proteste wegen der maroden Schulen gegeben. Dies hängt natürlich ursächlich mit den geringen Ausgaben für den Erhalt und Ausbau der Schulgebäude zusammen.“

Auch die GEW-Vorsitzende Tepe zeigte sich verwundert über die großen Unterschiede: „Wir wissen, dass die Schere in den Bundesländern bei den Ausgaben für den Schulbau immer weiter auseinander geht. Die erstmals für ein Bundesland vorgelegten Zahlen haben mich dann aber doch überrascht. Damit ist die Frage nach der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse aufgeworfen. Wer im Hochtaunuskreis geboren ist, wird wohl in einer baulich guten bis sehr guten Schule unterrichtet. In Kassel hingegen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Schulgebäude marode ist.“

Koch forderte die Landespolitik zum Handeln auf: „Wir haben gezeigt, dass es in Hessen große regionale Diskrepanzen bei den Ausgaben im Bereich der Schulgebäude gibt. Wir fordern die Politik auf, den Investitionsstau im Schulbereich detailliert zu ermitteln und innerhalb von zehn Jahren zu beseitigen. Die vom Land aufgelegten Investitionsprogramme sind dazu viel zu klein und auch nicht zielgenau. Es kann nicht sein, dass der schulische Alltag in einem reichen Bundesland für die Lehrkräfte wie für die Schülerinnen und Schüler durch kaum zumutbare bauliche Bedingungen massiv beeinträchtigt wird.“

Wiedwald verwies abschließend auf die Pflicht des Hessischen Rechnungshofs, sich mit dem Thema zu befassen: „Der Rechnungshof hat den gesetzlichen Auftrag zu ermitteln, ob die Kommunen den erforderlichen Investitionsbedarf berücksichtigen. Statt seiner Aufgabe nachzukommen, steckt der Rechnungshof den Kopf in den Sand. Es ist bezeichnend, dass die GEW sich mit diesem Thema auseinandersetzt und empirische Ergebnisse ermittelt, während der Hessische Rechnungshof dem Investitionsstau auf der kommunalen Ebene keine Beachtung schenkt.“

 

Landkreis, kreisfreie Stadt

Bauinvestitionen pro Schüler/in in Euro

Instandhaltung pro Schüler/in in Euro

Summe in Euro

Kassel, documenta-Stadt

171

75

246

Vogelsbergkreis                                  

289

69

358

Schwalm-Eder-Kreis                               

275

139

414

Landkreis Hersfeld-Rotenburg

298

118

415

Landkreis Gießen

343

73

417

Wetteraukreis                                    

335

103

438

Landkreis Fulda

298

155

453

Darmstadt

376

84

460

Main-Kinzig-Kreis

382

106

488

Landkreis Limburg-Weilburg

414

86

501

Landkreis Marburg-Biedenkopf

420

91

511

Odenwaldkreis

414

113

527

Stadt Offenbach

528

7

535

Wiesbaden

380

156

537

Werra-Meißner-Kreis

463

106

569

Landkreis Offenbach

428

162

590

Lahn-Dill-Kreis

446

156

601

Landkreis Kassel

563

73

635

Rheingau-Taunus-Kreis

480

195

675

Frankfurt

449

293

743

Landkreis Groß-Gerau

642

163

805

Main-Taunus-Kreis

663

204

867

Hochtaunuskreis

1136

163

1299

Durchschnitt

443

126

569

 

Zur Methodik der Auswertung:

Die GEW Hessen hat das Hessische Statistische Landesamt mit einer Sonderauswertung beauftragt, um die Entwicklung der Bauinvestitionen und der Instandhaltungsausgaben für alle hessischen Landkreise und kreisfreien Städte zu erhalten – und zwar für den Zeitraum von 1992 bis 2017. Die Zahlen zu den Schülerinnen und Schülern stammen ebenfalls vom Hessischen Statistischen Landesamt. Da manche Kommunen ihre Schulen in Eigenbetriebe ausgegliedert oder Schulen in so genannten Öffentlich-Privaten Partnerschaften gebaut haben, bestehen in der Sonderauswertung Lücken. Die GEW hat deshalb zu allen Schulträgern Kontakt aufgenommen und die entsprechenden Zahlen erfragt. Die Kreise Darmstadt-Dieburg und Bergstraße haben aus nicht nachvollziehbaren Gründen die Auskunft verweigert, sie fehlen deshalb in der Auswertung. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat es aus zeitlichen Gründen nicht geschafft, seine Zahlen bereitzustellen. Auf dieser Grundlage konnte für alle fünf kreisfreien Städte und für 18 Landkreise ermittelt werden, wieviel Euro pro Schülerin bzw. pro Schüler im jährlichen Durchschnitt für Investitionen und Instandhaltung real ausgegeben worden sind.

 

"Bauinvestitionen und Instandhaltungsausgaben im Schulbereich – Ein Vergleich der Landkreise und der kreisfreien Städte in Hessen" | Finanzpolitisches Arbeitspapier Nr. 4

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Alle finanzpolitischen Arbeitspapiere der GEW Hessen zum Thema

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news-447 Thu, 27 Jun 2019 15:08:03 +0200 GEW in Bildung unterwegs https://www.gew-nordhessen.de/home/details/447-gew-in-bildung-unterwegs/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=418d06d517033916977b9a6d8e6781e0 GEW-Vorsitzende Tepe verschafft sich Eindruck von Bildungseinrichtungen in Kassel Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe macht im Rahmen ihrer GEW in Bildung unterwegs-Tour am Donnerstag, den 27. Juni Station in Kassel. 

Zunächst geht es zu einem Besuch in die Schule Hegelsberg. Die kooperative Gesamtschule mit rund 600 Schülerinnen und Schülern war aufgrund ihres schlechten baulichen Zustands vor rund einem halben Jahr in den Schlagzeilen. „Wir brauchen -mehr Geld für Schulbauten“, – betont Tepe. „Der Sanierungsstau ist riesig, allein in die Schulen müssten bundesweit 43 Milliarden Euro investiert werden.“ An der Hegelsberg-Schule führt Tepe ein Gespräch mit dem Personalrat sowie der Schulsprecherin und dem Schulsprecher. Dabei geht es neben dem Zustand des Schulgebäudes auch um die allgemeinen Lehr- und Lernbedingungen.

Am Nachmittag steht ein Austausch mit gewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen an der Universität in Kassel auf dem Programm. Angesprochen werden unter anderem das besonders restriktive Personalvertretungsgesetz in Hessen und die fehlenden tariflichen Regelungen für studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte. Ein besonderes Anliegen Tepes ist die Entfristung von Stellen für Daueraufgaben: „Die Universität Kassel weist bei der Befristung von Lehrkräften für besondere Aufgaben den typischen hohen Beschäftigungsstand auf . Das führt zu erheblichem Frust bei den Betroffenen. Unsere Haltung ist klar: Wir fordern Dauerstellen für Daueraufgaben. Deshalb unterstützen wir sowohl die lokale Initiative der studentischen Hilfskräfte als auch die Initiative UNIKASSEL UNBEFRISTET. Die Universitätsleitung ist aufgefordert, eine verbindliche Regelung zur Entfristung des wissenschaftlichen Personals mit Daueraufgaben an ihrer Hochschule zu schaffen.“

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