GEW Hessen News Feed http://dev.vbox.intern de_DE GEW Hessen Fri, 14 Aug 2020 08:40:45 +0200 Fri, 14 Aug 2020 08:40:45 +0200 TYPO3 EXT:news news-670 Mon, 10 Aug 2020 12:04:00 +0200 [Update 2020-08-10] Öffnungszeiten in der letzten Sommerferienwoche https://www.gew-nordhessen.de/home/details/670-update-2020-08-10-oeffnungszeiten-in-der-letzten-sommerferienwoche/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=3fc97f219b99f083b7565207d97f70a7 Die Öffnungszeiten mussten aus organisatorischen Gründen angepasst werden. Übersicht

Zeitraum

Bezirksverband

Kreisverbände Kassel-Stadt & Land

10.08.2020 – 13.08.2020

Di 9.00-16.00 Uhr

Mi 9.00-16.00 Uhr

Do 9.00-13.00 Uhr

Telefonisch erreichbar.

14.08.2020

Geschlossen.

Geschlossen.

Bezirksverband Nordhessen

Der Bezirksverband ist in der 6. Ferienwoche

Dienstag bis  Mittwoch.. von 09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr

Donnerstag ................... von 09.00 bis 13.00 Uhr

erreichbar.

Kreisverbände Kassel-Land und Kassel-Stadt

Die Kreisverbände sind in der 6. Ferienwoche

Dienstag und Donnerstag........ von 13.00 bis 16.00 Uhr

Mittwoch................................... von 09.00 bis 13.00 Uhr

telefonisch unter der Rufnummer 0561/17066

erreichbar.

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Hochschule Aktuelles
news-674 Thu, 16 Jul 2020 10:11:12 +0200 Uni Kassel kurz vor dem Aus https://www.gew-nordhessen.de/home/details/674-uni-kassel-kurz-vor-dem-aus/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=649cc70aaf2a918bcd92b1e89b602b25 Hochschulbeschäftige fordern Entfristungsregelungen! Die Vorlesungszeit endet, das Befristungsthema bleibt

 Die Initiative Uni Kassel Unbefristet wird am 21. Juli 2020, eine Petition mit dem Titel „Für gute Arbeit mit Perspektive! Für ein Ende des Befristungsunwesens an der Universität Kassel“ an die Hochschulleitung übergeben. Die Forderungen, die sich auch an die Landesregierung richten, werden bislang von über 800 Beschäftigten unterstützt. Um deutlich zu machen, dass für viele Beschäftigte das Semesterende zugleich das vertragliche Aus bedeutet, findet die Übergabe gemeinsam mit den Gewerkschaften ver.di und GEW um fünf vor zwölf vor dem Präsidium (Mönchebergstr. 19) statt.

Die Unterzeichnenden fordern:

  • Die Aufnahme entfristeter Beschäftigung als verbindliches Ziel in den  geplanten ‚Kodex für gute Arbeit‘ an hessischen Hochschulen und in den hessischen Hochschulpakt.
  • Die Konkretisierung der landesweiten Entfristungsziele und Bereitstellung der nötigen Mittel zu ihrer Umsetzung an den Hochschulen.
  • Konkrete und transparente Maßnahmen der Universität Kassel zur deutlichen Erhöhung des Anteils unbefristeter Beschäftigung.

„Wir sehen beim Thema Entfristung sowohl Hochschulleitung als auch Landesregierung in der Pflicht und fordern, dass sich dort konkret etwas ändert. Nachhaltigkeit muss auch für das wissenschaftliche und technisch administrative Personal gelten,“ so Alexander Gallas von der Initiative Uni Kassel Unbefristet.

Die Petition kann noch bis Freitag unterzeichnet werden.

Zum Hintergrund:

Nicht viel mehr als 11 Prozent der wissenschaftlichen Beschäftigten an Hochschulen in Deutschland haben unbefristete Verträge. Um die Situation zu verbessern, hat der Bund letztes Jahr den sogenannten ‚Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken‘ verabschiedet.

Wo ist nun der Haken? Der Prozess der Mittelweitergabe ist nicht transparent. Demnächst verhandelt das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) mit den Präsidien der Hochschulen im Land die konkrete Ausgestaltung der Mittelverwendung, die dann in hochschulspezifischen Zielvereinbarungen festgehalten werden soll. Schon jetzt ist ersichtlich, dass es darin keine verbindlichen und messbaren Maßnahmen zur Entfristung geben wird.

Die Initiative Uni Kassel Unbefristet möchte genau hier ansetzen. Die Betroffenen haben sich organisiert und mit der Petition nutzen sie nun einen ihnen möglichen Weg, um auf die Entscheidungen Einfluss zu nehmen. Unterstützung erhalten sie hierbei von den Gewerkschaften GEW und ver.di. Hierzu der Hochschulreferent der GEW Peter Hosse: „Unsere Mitglieder wollen eine Perspektive und faire Arbeitsbedingungen.

Gerade in der Pandemie haben sie trotz Mehrfachbelastungen die Hochschulen mit viel Herzblut und Kreativität am Laufen gehalten. Dieses Personal speist man nicht mit kurzfristigen Verträgen ab. Jetzt ist das HMWK gefordert und die Präsidien gefragt die Hochschulen sicher zu machen. Die Beschäftigten wollen bleiben, was kann sich ein Arbeitgeber mehr wünschen?“

Hochschulen und Beschäftigte wollen die Qualität der Bildungseinrichtungen erhöhen. Dies kann nur gelingen, wenn sich auch die Qualität der Arbeitsverträge verbessert. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt! 

Ansprechpartner

Peter Hosse, Referent für Hochschule und Forschung bei der GEW Nordhessen

 0561-771783 oder 0175-7588102 | i.d. Regel Di u. Do

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Hochschule Aktuelles
news-673 Wed, 08 Jul 2020 13:03:17 +0200 Auswirkungen von Homeoffice und digitalem Arbeiten und Studieren https://www.gew-nordhessen.de/home/details/673-auswirkungen-von-homeoffice-und-digitalem-arbeiten-und-studieren/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=f20b9e06bc8684b2eb123ea665bd4527 Folgeveranstaltung zu Arbeiten im Ausnahmezustand Dienstag, den 14. Juli 2020 GEW, ver.di und UniKasselUnbefristet laden ein zur Diskussionsveranstaltung

Dienstag, den 14. Juli 2020 um 18 Uhr
Online unter: https://uni-kassel.zoom.us/j/91303566276

Mitte Mai haben wir uns bereits über die Pandemiesituation an der Uni Kassel ausgetauscht.

Nach dem regen Interesse wollen wir nun über die weiteren Entwicklungen und Probleme reden. Die Lage hat sich nicht wesentlich verbessert und die Planungen für das Wintersemester laufen bereits. Zeit Bilanz zu ziehen!

Wir wollen erneut mit Euch und Ihnen diskutieren, wie mit der jetzigen Situation umzugehen ist und was bis zum Winter besser werden muss.

Wir freuen uns auf viele Teilnehmer*innen und eine spannende Diskussion!

GEW, ver.di, UniKasselUnbefristet

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Aktuelles
news-672 Tue, 30 Jun 2020 22:55:06 +0200 FG Gesamtschulen | Einladung zur Videokonferenz https://www.gew-nordhessen.de/home/details/672-fg-gesamtschulen-einladung-zur-videokonferenz/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=b8d451ed0b8bf8dd460073249c4e9fde am 02. Juli 2020 um 19.30 zum Thema "Gute Arbeits- und Gesundheitsbedingungen in der Schule: Während und nach Corona - Welche Chancen bietet die Krise für die Bildungspolitik?" Liebe Interessierte,

die GEW Bezirksfachgruppe Gesamtschulen Nordhessen lädt zu einer Videokonferenz am

Donnerstag, den 02.07.2020, um 19:30 Uhr,

unter dem Titel

"Gute Arbeits- und Gesundheitsbedingungen in der Schule: Während und nach Corona
- Welche Chancen bietet die Krise für die Bildungspolitik?"

ein.

Als Diskutant*innen konnten wir Birgit Koch (Landesvorsitzende der GEW Hessen), Dr.
med. Ralph Melchior (Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kassel), Prof. Dr. Norbert
Kruse (Leiter FG Primarstufendidaktik Deutsch der Universität Kassel, Grundschullehrer)
und Paul Harder (Landesschüler*innenvertretung Hessen und Stadtschülerrat, Frankfurt) gewinnen.
Wir haben uns bewusst dazu entschieden, vor Beginn der Sommerferien ins Gespräch über
unsere Erfahrungen zu kommen. Wir wollen damit beginnen, Forderungen an die Bildungspolitik
für die Zeit nach den Sommerferien zu formulieren: Welche Arbeits- und Gesundheitsbedingungen
sind unabdingbar in der Schule? Denn die Verantwortlichen werden in den
Sommerferien die Weichen für die Zeit nach den Sommerferien stellen. Für diese Auseinandersetzung
sollten wir gerüstet sein.

Von daher würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich zahlreich zu dieser Veranstaltung zuschalten
würden, da sie die Gelegenheit anbietet, mit den Diskutant*innen und untereinander
in einen Austausch zu kommen sowie unterschiedliche Sichtweisen kennen zu lernen.
Zuschalten können Sie sich zu der Veranstaltung via Internet oder Telefon. Es besteht die
Möglichkeit, sich aktiv in die Veranstaltung einzubringen oder sie in Form einer Radio- oder
Fernseh-Sendung wahrzunehmen.

Alles Weitere zum technischen Support der Veranstaltung
entnehmen Sie den folgenden Informationen.

Herzliche Grüße
Ihre GEW Bezirksfachgruppe Gesamtschulen Nordhessen

 

Zur Einwahl in die Diskussion:
"Gute Arbeits- und Gesundheitsbedingungen in der Schule:

Während und nach Corona - Welche Chancen bietet die Krise für die Bildungspolitik?"

Do., 02.07.2020, 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr
Öffnung des Raumes: 19 Uhr

Eine Bitte bzgl. der früheren Öffnung des Raumes:
Der Raum steht eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn bereits zur Verfügung. Wir bitten
daher darum, diese Möglichkeit der frühzeitigen Einwahl zu nutzen, da dies zu einem entspannten
Veranstaltungsverlauf beiträgt.
An der Diskussion kann über Computer, Tablet, Smartphone oder Telefon teilgenommen
werden:

https://global.gotomeeting.com/join/589158061


Einwählen können Sie sich in die Diskussion über ein Telefon wie folgt:
Deutschland: +49 721 6059 6510 (das + steht für 00)
Zugangscode: 589-158-061


Sie kennen GoToMeeting noch nicht? Installieren Sie jetzt die App, um für die
Veranstaltung bereit zu sein:
global.gotomeeting.com/install/589158061

Technischer Support zur Veranstaltung:
Wir wissen, dass es für viele immer noch eine große Hürde darstellt an einer Videokonferenz
teilzunehmen.
Bei Fragen hilft Ihnen gern Martin Lüer, der Sie unter 0561-471723 oder unter 0176-
45991063 bei der Einrichtung Ihres Zugangs unterstützt und Ihnen zudem bei technischen
Problemen am Abend des 02.07. bis um 19:25 Uhr zur Seite steht.

Bei der Wahl unseres Anbieters haben wir bewusst nach einem Anbieter gesucht, der uns hohe
Sicherheitsansprüche zugesagt hat.

Hinweis:
Die Veranstaltung wird mitgeschnitten. Das Bildmaterial geht in den Besitz der GEW Bezirksfachgruppe
Gesamtschulen Nordhessen über.

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Aktuelles
news-671 Tue, 30 Jun 2020 22:25:46 +0200 KV Kassel-Stadt | Überlegungen zur Coronapandemie - Gemeinsam für gesunde Arbeitsbedingungen! https://www.gew-nordhessen.de/home/details/671-kv-kassel-stadt-ueberlegungen-zur-coronapandemie-gemeinsam-fuer-gesunde-arbeitsbedingungen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=4400668662465ef90d0dcaadea1003c3 Einheitliche Standards für den Gesundheitsschutz erstreiten Entgrenzung von Arbeit verhindern Innerschulische Demokratie stärken 1 Einheitliche Standards im Gesundheitsschutz an allen Schulen - Tests für alle Schüler*innen und Lehrkräfte!

Wir stellen fest, dass an den Schulen im hiesigen Schulamtsbezirk mit völlig unterschiedlichen Konsequenzen auf die Pandemie reagiert wird. Das Einhalten bzw. die Kontrolle von Abstands- und Hygieneregeln wird häufig selbst innerhalb einer Schule unterschiedlich geregelt – mal streng, mal „laissez-faire“. Die oft fragwürdigen Bedingungen im Alltag von Schüler*innen und die damit verbundene Infektionsgefahr an den Schulen werden kaum berücksichtigt.
Anstelle dieses „Wildwuchses“ bedarf es einheitlicher Regelungen für alle Schulen, die von den zu bildenden schulischen Gesundheitsausschüssen und dem Gesundheitsamt streng überwacht werden müssen.
Wir halten einen täglichen PCR-Test pro Schule als Risikominimierung für sinnvoll. Hierzu könnte entsprechend geschultes medizinisches Personal (z.B. Medizinstudierende als Hilfskräfte) einen Abstrich bei allen Schüler*innen und dem Personal nehmen, woraus eine Gesamtprobe für die PCR gemacht wird. Nach spätestens 48 Stunden läge ein Ergebnis vor. Sollte es positiv ausfallen, müssen alle am betreffenden Tag anwesenden Mitglieder der Schulgemeinde getestet werden. Bis zur Ermittlung der einzelnen Infektionsfälle muss die Schule geschlossen bleiben. Danach können die Infektionsfälle zurückverfolgt und isoliert werden. Dieses Vorgehen hat auch den pädagogischen Vorteil, dass allen Betroffenen das Vorhandensein einer gefährlichen Lage sinnlich erfahrbar gemacht wird.

Wenn positiv getestete Fälle an hiesigen Schulen auftauchen, werden bisher Kolleg*innen und Schüler*innen, die engen Kontakt mit den Betroffenen hatten, nicht getestet, sondern lediglich in Quarantäne geschickt. Diese Praxis erhöht die Gefahr einer „stillen“ Weitergabe des Virus. Durch die täglichen PCR Tests würde dieses Risko verringert.

2 Digitale Technologien nutzen – Datenschutz achten – Entgrenzung von Arbeit verhindern!


Ausgelöst durch die Schulschließungen im März diesen Jahres hat es in unseren Schulen einen großen Schub in Sachen Digitalisierung gegeben. Dabei wurden an vielen Stellen sowohl die Möglichkeiten dieser Technologien, als auch deren Risiken deutlich. Ebenso klar wurde, wie weit die hessischen Schulen in ihrer technischen Ausstattung und den zu deren Wartung benötigten personellen Ressourcen hinter dem Möglichen und Wünschenswerten zurückstehen.
In unseren Diskussionen im Kreisvorstand haben wir uns v.a. mit den folgenden Fragestellungen befasst:

2.1 Wie kann eine digitale Kommunikation mit unseren Schüler*innen, aber auch innerhalb eines Kollegiums erfolgen, ohne das der Datenschutz hinten angestellt wird?

Wir sehen diesbezüglich eine unüberschaubare Vielfalt von Einzel- und Insellösungen anstelle einer einheitlichen und datenschutzrechtlich sauberen Plattform für alle Schulen. Das Schulportal LANIS stellt einen Ansatz in diese Richtung dar, hat aber auch Schwächen und derzeit können wohl keine weiteren Schulen daran teilnehmen, weil die Kapazitäten nicht ausreichen. Die gängigen Videokonferenzlösungen sehen wir aus datenschutzrechtlichen Gründen mit großer Skepsis, aber auch, da vielen Schüler*innen, aber auch Lehrkräften die technischen Voraussetzungen zu deren angemessener Nutzung fehlen.

2.2 Welche Regelungen sind notwendig, um eine weitere Entgrenzung unserer Arbeitszeit durch den Einsatz digitaler Techniken unter den gegenwärtigen Bedingungen zu vermeiden?

Die Dienstvereinbarung zur digitalen Kommunikation, die zwischen Schulamt und GPRLL besteht, scheint weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein und müsste dringend wiederbelebt und ergänzt werden. Es fehlen aus unserer Sicht derzeit z.B. klare Regelungen darüber, wann und in welchen Umfang Lehrkräfte gehalten sind, auf digitale Kommunikation zu reagieren. Uns liegen Beispiele vor, in denen Schulleitungen an Wochenenden, oder sogar an Feiertagen in den Ferien ihre Kollegien mit E-Mails kontaktiert haben und deren direkte Antwort erwarteten, womit sie gegen die bestehende Dienstvereinbarung zur digitalen Kommunikation verstoßen. Diese Schritte zu einer völligen Entgrenzung unserer Arbeitszeit lehnen wir entschieden ab.

2.3 Welche auf digitale Technik gestützten Arbeitsmethoden sind eigentlich angemessen, um zu verhindern, dass Schüler*innen mit weniger guter technischer Ausstattung abgehängt werden?

Diese Frage steht in einem engen Zusammenhang mit den unter 4. diskutierten Aspekten. Insbesondere halten wir eine Debatte über die pädagogischen Implikationen für dringend geboten und stellen zu unserem Bedauern fest, dass derzeit zuerst über die Technik und nicht über die pädagogische Sinnhaftigkeit gesprochen wird. Der Zweck sollte das Werkzeug bestimmen und nicht umgekehrt. Wenn Online-Unterricht oder Lernplattformen zum Einsatz kommen, zeigt sich nach unseren Erfahrungen schnell, dass materiell benachteiligte Schüler*innen abgehängt werden.

2.4 Was müsste eigentlich vom Schulträger und vom Dienstherrn gewährleistet sein, damit ein sinnvoller und angemessener Einsatz digitaler Technik in der Schule stattfinden kann?

Wir stellen fest, dass all das, was in den letzten Wochen geleistet wurde im Wesentlichen aufgrund der Eigeninitative der Lehrkräfte geschehen ist und das sowohl Schüler*innen als auch Lehrkräfte mit ihrer privaten Computertechnik arbeiten mussten. Es stellt sich für uns die Frage, wie es hier mit der Lehrmittelfreiheit aussieht und welche Arbeitsmittel der Arbeitgeber uns Beschäftigten zur Verfügung stellen muss, wenn er wie selbstverständlich deren Anwendung von uns erwartet. Auch der schon vor Wochen angekündigte Zuschuss für den Kauf von Endgeräten für Schüler*innen verzögert sich auf Landesebene aus nicht nachvollziehbaren Gründen.

3 Kolleg*innen beteiligen – Innerschulische Demokratie stärken!

Wie können wir es vermeiden, dass demokratische Entscheidungsprozesse innerhalb der schulischen Gremien, v.a. der Gesamtkonferenzen, unter den gegenwärtigen Verhältnissen unter die Räder kommen und unsere Schulen immer autokratischer geführt werden?
In Krisenzeiten gibt es eine Tendenz, demokratische Beteiligungsrechte über Bord zu werfen. Auch in Schule erleben wir dies derzeit. Häufig wird dabei mit Zeitdruck, Notwendigkeit und Alternativlosigkeit argumentiert oder es wird auf einer emotionalisierten Argumentation aufbauend eine „wir sitzen doch alle in einem Boot“ Stimmung erzeugt, die verdeckt, dass es in diesem Boot einen Unterschied zwischen Kapitän*in, Offzier*innen und Mannschaften gibt.
Das notwendige Einhalten von Abstands- und Hygieneregeln darf nicht dazu führen, dass unsere Mitbestimmungsrechte in den Schulgremien eingedampft werden – auch wenn Demokratie manchmal „etwas länger dauert“ führt sie mittel- und langfristig zu besseren Ergebnissen, als einsame Entscheidungen des schulischen Führungspersonals.

4 Appell

Unter normalen Umständen würden wir zu all diesen Fragen sicher eine Diskussionsveranstaltung durchführen. Da dies derzeit problematisch ist, bitten wir euch, uns von euren Erfahrungen und Einschätzungen per Mail zu berichten (gew-kasselstadt@gew-nordhessen.de), damit wir auf möglichst breiter Basis zu einem gut koordinierten gewerkschaftlichen Vorgehen finden können.

Simon Aulepp | Martin Gertenbach | Christiane Stock

KV Kassel Stadt - Vorsitzendenteam

Download des Gesamtdokuments (pdf)

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Aktuelles
news-669 Sun, 28 Jun 2020 18:04:15 +0200 DGB Nordhessen | Pressekonferenz https://www.gew-nordhessen.de/home/details/669-dgb-nordhessen-pressekonferenz/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=39719d54d28d50ec962c4dade03c18f8 Kinderbetreuung und Schulunterricht in Hessen: aktueller Stand und Ausblick aus der Perspektive von Eltern, Beschäftigten und Kindern/ Jugendlichen – Anforderungen an die Kommunal- und Landespolitik DGB Region Nordhessen I 24. Juni 2020

Die Schließung von Schulen und Kitas hat Eltern hart getroffen. Sie schultern mit Kinderbetreuung, Home-Schooling neben Erwerbsarbeit oder Studium Erhebliches; seit vielen Wochen. Nun öffnen Bildungseinrichtungen wieder zunehmend, aber längst nicht vollständig. Was Eltern bleibt ist Koordinationsaufwand. Wann Betreuung und Unterricht wieder vollständig (inkl. aller Randzeiten) gewährleistet sind, ist gegenwärtig offen.

Arbeitgeber reagieren darauf sehr unterschiedlich. Großzügige Home-Office-Regelungen oder flexibler Tausch von Diensten und Schichten sind ebenso vertreten wie restriktive Positionen. Beschäftigte mit guten Tarifverträgen haben hier erhebliche Vorteile.

Beschäftigte in Kitas und Schulen, ihre Leitungen und Träger leisten enorm viel, um Konzepte kurzfristig an die beständig wechselnden Anforderungen anzupassen. Sie kritisieren, dass sie dabei nicht mit- und ernstgenommen werden. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz für Beschäftigte in Kita und Schule scheint de facto aufgehoben – sowohl mit Blick auf eine Infektionsgefahr als auch die Arbeitsbelastung. Die vollständige Öffnung von Kitas und Schulen ohne grundsätzliche Änderung pädagogischer und organisatorischer Konzepte ist ein Experiment mit erheblichen gesundheitlichen Risiken für Kinder und Jugendliche (und deren Angehörigen) und die Beschäftigten dort.

Eltern, Beschäftigte und Schüler*innen vermissen eine verlässliche Perspektive für das nächste Schul- bzw. Kitajahr sowie durchdachte, umsetz- und vermittelbare Hygienekonzepte. Die Landesregierung ist aufgefordert, in längerfristigen Szenarien zu denken und nicht nur auf das aktuelle Infektionsgeschehen zu reagieren. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz auch für Beschäftigte von Bildungseinrichtungen muss die Maßgabe politischer Entscheidungen sein.

In politische Entscheidungen müssen Ideen und Bedarfe von Eltern, Beschäftigten, Schüler*innen und Kita-Kindern dringend einbezogen werden. Personalräte als Interessenvertretungen der Beschäftigten dürfen nicht übergangen werden.

Statements

Jenny Huschke (DGB Nordhessen, Regionsgeschäftsführerin): „Als Kitas und Schulen schlossen, begann für erwerbstätige Eltern der große Spagat. Entgeltersatzleistungen sind notwendig, jedoch zeitlich begrenzt. Eltern brauchen im kommenden „Regelbetrieb in Pandemiezeiten“ verlässliche Betreuungszeiten im regulären Umfang und inhaltliche Antworten.“

David Redelberger (GEW, Lehrer an einer weiterführenden Schule): „Wir Lehrkräfte wollen unterrichten. Wir wollen aber die demokratische Diskussion und Entscheidung zusammen mit Schüler*innen, Eltern, Schulleiter*innen und -trägern sowie Expert*innen, wie die Öffnung gut und hygienisch sicher durchgeführt werden kann. Wir wollen die gemeinsame Schulöffnung von unten statt von oben verordnet.“

Vera Reinbold (Mitglied des Personalrates der Stadt Kassel und im geschäftsführenden Vorstand der ver.di Bundesfachgruppe Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe): „Es geht um eine akzeptable und umsetzbare Lösung für Beschäftigte, Eltern und Arbeitgeber. Das Sozialministerium macht es sich zu einfach. Es reicht nicht, Hygienepläne zu empfehlen. Wir brauchen einen Kita-Gipfel mit allen Beteiligten und Beratung durch medizinische Fachleute.“

David Bösl (Stadtschulsprecher Kassel): „Auch wenn Covid-19 so langsam aus der Öffentlichkeit verschwindet, sind die Probleme, die das Virus aufgeworfen hat noch lange nicht behoben. Gerade die Jahrgänge, die 2021 ihren Abschluss machen wollen, haben durch die Pandemie viel Stoff verpasst und ganz besonders das Problem der sozialen Ungerechtigkeit bleibt weiterhin bestehen."

Stephan Wassmuth (Vorsitzender des Bundeselternrates): „Die Coronapandemie hat in den letzten Monaten die Defizite des deutschen Bildungssystems schonungslos offengelegt. Diese Probleme lassen sich nicht in wenigen Wochen lösen, sondern bedürfen intensiver Zusammenarbeit aller Beteiligten. Erschreckend ist die Konzeptlosigkeit der Kultusministerien. Es geht nicht darum jetzt alles richtig zu machen. Aber vieles wenigstens angehen und einiges nicht falsch machen. Wir müssen Mut haben Schule neu zu denken.“

Michael Steisel (Bürgermeister Söhrewald als Vorsitzender der Bürgermeister-Kreisversammlung Kassel Land): „Der Betrieb der Kindertagesstätten wird sich auch in den nächsten Monaten an den Möglichkeiten orientieren müssen. Das bedeutet beispielsweise, dass die normalen Betreuungszeiten nicht vollumfänglich sichergestellt werden können. Mit zunehmenden Lockerungen steigt das Risiko einer Ansteckung. Deshalb muss der Appell auch an alle Erziehungsberechtigten gerichtet werden, die aufgestellten Hygieneregelungen einzuhalten.“

Zum Download

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Aktuelles
news-668 Thu, 25 Jun 2020 10:30:51 +0200 KV Kassel Stadt | Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ernst nehmen! https://www.gew-nordhessen.de/home/details/668-kv-kassel-stadt-gesundheitsschutz-am-arbeitsplatz-ernst-nehmen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=d90f859ad03a88f343ccf805c8a91e43 Sicherheit von Schüler*innen und Lehrkräften gewährleisten! Eine Mail an die Mitglieder des Kreisverbands Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ernst nehmen!

Kultusminister Lorz hat angekündigt, dass vom 22. Juni bis zu den Sommerferien an den hessischen Grundschulen ein zweiwöchiger Probelauf mit täglichem Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler starten soll. U. a. soll dabei auch die Einhaltung der üblichen Abstandsregeln nicht weiter erforderlich sein. Lorz bezieht sich dabei auf fragwürdige Interpretationen von Äußerungen führender Virologen. Auf der Basis ähnlich fragwürdiger Aussagen bzw. noch unveröffentlichter Zwischenergebnisse von Studien hatten auch andere Bundesländer dieselben Schritte angekündigt bzw. bereits vollzogen. Nicht nur die Schulkinder, sondern auch alle ihre Kontaktpersonen – vor allem die eingesetzten Pädagog*innen – sind die Versuchskaninchen in einem höchst
riskanten gesellschaftlichen Experiment. Detailliertere Einschätzungen der GEWHessen dazu siehe: https://www.gew-hessen.de/veroeffentlichungen/presse/pressemitteilungen-2020/

Auch wenn die veröffentlichten Infektionszahlen derzeit relativ niedrig sind, ist das Coronavirus weiterhin hoch ansteckend und nicht verschwunden. Infektionshotspots können jederzeit aufbrechen. Für den Arbeitsplatz Schule bedeutet dies, dass Hygieneregeln und Gesundheitsschutz weiterhin höchst bedeutsam sind, v.a. wenn Schulen nach und nach in den Regelbetrieb zurückkehren sollen und immer mehr Menschen in den Schulgebäuden unterwegs sein werden. Um die Sicherheit von Schüler*innen und Lehrkräften zu gewährleisten, sollten aus Sicht des GEW Kreisverbands Kassel-Stadt die folgenden Aspekte gegeben sein:

  1. Einheitliche Hygieneregeln für alle Kasseler Schulen auf höchstmöglichem Niveau unter voll umfänglicher Beachtung der rechtlichen Vorgaben.
  2. Einrichtung von Gesundheitsausschüssen an allen Schulen, besetzt mit Vertreter*innen aus Schulleitung, Personalrat, Elternbeirat, Schüler*innenvertretung, Sicherheitsbeauftragten und Hausmeistern, die die Einhaltung der Regeln überwachen.
  3. Masken nach FFP2 Standard für Schüler*innen und Lehrkräfte, da der
  4. Mindestabstand im pädagogischen Betrieb nicht immer einhaltbar ist.
  5. Lehrkräfte sind Vorbilder, was das korrekte Tragen von Masken in geschlossenen Räumen und die Beachtung der Abstandsregeln angeht.
  6. Unverzügliche Tests von Schüler*innen und Kolleg*innen beim ersten Auftreten von Symptomen.
  7. Ein täglicher PCR-Test pro Schule. Sollte dieser positiv ausfallen, müssen alle Mitglieder der Schulgemeinde getestet werden. Bis zur Ermittlung der  einzelnen Infektionsfälle muss die Schule geschlossen bleiben. Danach können die Infektionsfälle zurückverfolgt und isoliert werden.Diese Vorgehen hat auch den pädagogischen Vorteil, dass allen Betroffenen das Vorhandensein einer gefährlichen Lage sinnlich erfahrbar gemacht wird.

Vorsitzendenteam GEW Kreisverband Kassel-Stadt
Simon Aulepp | Martin Gertenbach | Christiane Stock

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Aktuelles
news-667 Wed, 24 Jun 2020 14:58:48 +0200 Echte Hilfe für Studierende jetzt! https://www.gew-nordhessen.de/home/details/667-echte-hilfe-fuer-studierende-jetzt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=22cde05d8ba63793d3266701db44c5d2 Spontaner Protest vor dem Landtag Solidaritätsbekundung vor der Uni Kassel Ein Dutzend Vertreter*innen der hessischen Studierendenvertretungen und der Gewerkschaftsjugendversammelten sich am 8. Juni vor dem Wiesbadener Landtag, um für eine bessere finanzielle Absicherung der Studierenden in Hessen zu protestieren. Zeitgleich fanden vor den Landesparlamenten und Wissenschaftsministerien in Hannover, Potsdam,  Dresden, Mainz, Kiel, Erlangen, sowie vor dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Bonn Kundgebungen statt als Reaktion auf die bundesweit beschlossenen Hilfsmaßnahmen.

Die Botschaft der Studierenden: die in Aussicht gestellten Kredite und Zuschüsse für Studierenden reichen nicht aus, um den Lebensunterhalt der Studierenden zu sichern.

Die Corona-Pandemie treffe die Studierenden besonders hart: "Der Protest soll den vielen Studierenden eine Stimme geben, die ihre Jobs verloren haben und, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Kurzarbeitergeld haben", erläutern Nathalie Schäfer, Sprecherin der Studierenden in der GEW. Laura Elmer, Sprecherin des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Philipps Universität Marburg ergänzt: „Nach aktuellen Umfrageergebnissen mussten sich bereits 22 % der Studierenden Geld von der Familie und Freunden leihen, um die Miete, Lebensmittel und die Technik für die Online-Lehre zu bezahlen. Der Zugang zur Hochschule darf aber nicht vom Geldbeutel abhängen.“

Die bei dem Protest anwesenden Studierenden sind sich sicher, dass die Bundesbildungsministerin Karlizcek die Notlage verkenne, realitätsblind handle und so einen Keil des sozialen Ausschlusses in das Bildungssystem treibe. Vom Land Hessen fordern die Studierenden eine Aufstockung des nun anstehenden Hilfspakets. „Das Hilfspaket ist absolut unzureichend: Mit einem KfW-Kredit und hohen Zinsen ab nächstem Jahr verschulden sich die Studierenden noch weiter. Manche müssen ihr Studium abbrechen“, kritisiert Jerome Willemense vom AStA der Hochschule Rhein-Main und Luca Salvastano vom AStA der Technischen Hochschule Mittelhessen. Der vom BMBF angekündigte, rückzahlungsfreie Zuschuss soll nur dann gewährt werden, wenn die Studierenden weniger als 500 Euro auf dem Konto haben. Die beiden Studierendenvertreter befürchten, dass so zu viele Studierende durch das Raster fallen.

Kyra Benninger vom AStA der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Arne Krause vom AStA der Justus-Liebig-Universität Gießen fordern für die Protestierenden an diesem Montag: "Das Land Hessen und der Bund müssen jetzt nachrüsten und in einem gemeinsamen Programm echte Hilfe für Studierende einrichten! Wir fordern einen höheren Zuschuss für mehr Studierende, der die tatsächlichen Lebensunterhaltungskosten abbildet."


 Arbeiten im Ausnahmezustand: das Corona-Virus und die Situation an der Uni Kassel

– Diskussion organisiert von GEW, ver.di und Uni Kassel Unbefristet! am 12.5.2020.

Dass sich die Arbeitsbedingungen auch an der Universität Kassel in Zeiten von Corona grundlegend geändert haben, beweisen die Einschränkungen im Büroalltag, die Digitalisierung von Forschung und Lehre sowie die Unsicherheiten über Arbeitsverträge und Qualifikationsarbeiten. Sowohl für Studierende als auch für Mitarbeiter*Innen stellen diese Veränderungen einen harten Einschnitt dar, der sich nicht selten in Mehrarbeit, Überstunden und Stress ausdrückt. Um über diese und andere Probleme und Herausforderungen während der Corona-Zeit zu sprechen und einen Austausch zwischen Gewerkschaften, Mitarbeitern, Initiativen und Studierenden anzustoßen, brachte die Online-Diskussion verschiedene Perspektiven zusammen.

Die gut besuchte Veranstaltung startete mit kurzen Inputs, in denen die Probleme verdeutlich wurden. Besonders auffällig hierbei die gestiegenen psychischen und physischen Belastungen der Mitarbeiter*Innen: So seien an der Universität Kassel in den letzten Wochen vermehrt Überlastanträge gestellt worden, die darauf hindeuten, dass es Arbeit im Home-Office, die Digitallehre und der erhöhte Arbeitsbedarf in der Umstellung sämtlicher Arbeitsprozesse die Beschäftigten extrem belastet. Mit dem Ziel, in dieser Frage zumindest vertraglich ein bisschen Sicherheit zu haben, stießen Parteien, Politiker*innen und Gewerkschaften die Initiative des Corona Aufschub an: So soll grundsätzlich die Möglichkeit bestehen, Arbeitsverträge aufgrund der besonderen Situation zu verlängern. Allerdings gilt das längst nicht für alle Verträge. Zusätzlich sträubt sich die Hochschulleitung der Universität Kassel den Corona-Aufschub für alle Beschäftigten solidarisch und unbürokratisch zu gestalten.

Eine der ersten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus war das Einrichten von Home-Office-Regelungen. Zwar konnten große Teile der Beschäftigten zuhause weiterarbeiten, doch zeichnet sich seitens der Hochschule eine Kehrtwende ab: Wir haben in diesem Zusammenhang die unterschiedlichen Auswirkungen und Herausforderungen der neuen Arbeitsweise auf Kinderbetreuung, Lehre und Administration diskutiert. Im Folgenden richtet sich das Gespräch dann auf die Studienbedingungen an der Uni Kassel und auf die Frage wie Studierende an deutschen Hochschulen während der Corona Pandemie ihre Existenz materiell absichern können: Viele Studierende haben ihre Jobs verloren und sind ob der digitalen Lernsituation und ihrer Studienverlaufsplanung unsicher. Die Bundesregierung hat zwar angekündigt eine BAföG-Erhöhung für Studierende in "systemrelevanten" Jobs ab März in Aussicht zu stellen; offen hingegen sind die spezifischen Bedingungen für zinsfreie Darlehen, Ausgleichszahlung und eventuelle Nothilfen.

Wie auch in den anschließenden Diskussionsrunden deutlich wurde, sind sich Studierende, Gewerkschafter*innen und Mitarbeitende darüber einig, dass gerade prekär und unbefristet Beschäftigte unter den aktuellen Bedingungen leiden. Dies verändere nicht nur die konkrete Organisation sowie die Qualität von Forschung und Lehre, sondern auch das Stimmungsbild an der Universität. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die in Corona-Zeiten angestoßenen Digitalisierungsbestrebungen zu einem Umbau des Universitätswesens in Deutschland führen werden: Durch die Möglichkeit mithilfe digitaler Lehrformate langfristig Beschäftigungskosten einzusparen, könnte aus den in einer Notlage eingeführten Maßnahmen eine dauerhafte Festschreibung prekärer Arbeitsbedingungen resultieren. Insgesamt hat die Onlinediskussion gezeigt, dass es gerade in Zeiten physischer Isolation – aber auch darüber hinaus – wichtig und gefordert bleibt, einen solidarischen Austausch zwischen verschiedenen Statusgruppen und Betroffenen Anonymität zu organisieren. Diskussionsforen wie dieses sind aber nur der erste Schritt, um auf prekäre Beschäftigungsverhältnisse, temporäre Überlastungserscheinungen und Perspektivlosigkeit hinzuweisen. Die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer*Innen an diesem Onlineformat zeigen: Vernetzung tut gut und ist wichtig. Deswegen machen wir weiter und werden auch in den folgenden Wochen und Monaten weitere Veranstaltungen durchführen. Nur gemeinsam kommen wir durch die Krise.

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Hochschule Aktuelles
news-666 Wed, 24 Jun 2020 14:50:46 +0200 Update | Grundschulöffnung am 22.6.2020 | Kundgebung | https://www.gew-nordhessen.de/home/details/666-update-grundschuloeffnung-am-2262020-kundgebung/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=e6a20e50a275fc89ad331ae2bf6511d6 Im folgenden noch ein paar Bilder von Jens Zeiler und den Redebeitrag von Lutz Getzschmann Im folgenden der Redebeitrag von Lutz Getzschmann, Kasseler Linke:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am Montag sollen hessenweit die Grundschulen wieder öffnen und ab 6. Juli startet der Regelbetrieb in den Kitas.

Vielleicht fällt es vielen Damen und Herren im Kultusministerium schwer, ihre Pläne und Absichten mit der Realität des Schulalltags abzugleichen. Ich habe es da etwas leichter, ich bin Lehrer an einer kooperativen Gesamtschule in der Kasseler Nordstadt und ich kann nur sagen: Uns fällt nun alles auf die Füße, was in den letzten Jahren und Jahrzehnten von Land und Schulträger versäumt wurde. Vor Beginn der Corona-Pandemie hatten wir an unserer Schule noch nicht mal Seifenspender und Toilettenpapier in den Schülertoiletten und warmes Wasser nur im Waschbecken im Lehrerzimmer. Vieles wurde improvisiert und schnell beschafft, aber Hygieneregeln einzuhalten unter diesen Umständen, ist noch immer schwer. Geteilte Lerngruppen tageweise zu unterrichten, mag von den Gruppengrößen her eine neue und auch teilweise angenehme Erfahrung sein, aber es ist schon jetzt eine Herausforderung, den Unterricht abzudecken, wenn jede fünfte Kollegin und jeder fünfte Kollege zu einer Risikogruppe gehört und wir an sich vor Corona schon zu wenige waren. Wie sollen das denn jetzt ab Montag die GrundschulkollegInnen im Regelbetrieb schaffen und dabei noch in vollen Klassen ohne Abstandsregeln im Klassenraum und ansonsten in eigener Verantwortung das Infektionsrisiko beherrschbar halten? Das ist unmöglich und setzt SchülerInnen und Lehrkräfte Gefahren aus, die letztlich unkalkulierbar sind.

Nun sehen wir auch die Konsequenzen jener unsäglichen Debatte, die in den letzten Wochen medienwirksam von BILD und anderen um die Frage geführt wurde, ob Kinder ein geringeres Ansteckungsrisiko haben als Erwachsene. Alle verfügbaren praktischen Erfahrungen – und man  muss tatsächlich kein Virologe sein, um das einschätzen zu können – sagen: Nein, wahrscheinlich nicht. Kinder, auch wenn sie seltener Krankheitsanzeichen zeigen, können trotzdem infiziert sein und den Virus genauso verbreiten  wie Erwachsene. Eine Ansteckung bei pädagogischen Tätigkeiten ist daher, trotz aller hygienischen Maßnahmen vor Ort, eine ganz reale Möglichkeit. Und mehr noch: Gerade, weil junge Menschen eher keine oder nicht so stark ausgeprägte Krankheitsanzeichen aufweisen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Ansteckung erst sehr spät entdeckt wird.

Wenn das aber so ist, dann muss man sich doch fragen: Warum machen die das dann eigentlich trotzdem und riskieren neue Corona-Hotspots rund um Schulen und Kitas, in einer Situation, in der zwar vordergründig die Infektionszahlen sich abgeflacht haben, untergründig aber das Infektionsgeschehen weiterläuft und die meisten, die es jetzt trifft, sich eben nicht testen lassen, weil sie persönliche Nachteile oder gar, wie auch schon geschehen, den Jobverlust befürchten? Warum werden Lehrkräfte, SchülerInnen und letztlich auch deren Familien einem solchen Risiko ausgesetzt? Und warum ausgerechnet die Grundschulen? Und wie auch immer man es dreht und wendet, man kommt irgendwann zu dem Schluss, dass es eigentlich nur darum gehen kann, dass Grundschul- und Kita-Kinder eben die betreuungsintensivsten sind, die nach der Schule eben nicht mal ein paar Stunden alleine zu Hause verbringen können, während die Eltern arbeiten. Weil die Notwendigkeit für überwiegend berufstätige Eltern, ihre Kinder zuhause zu betreuen, ein mächtiges Hindernis für das Wiederhochfahren der Wirtschaft darstellt, darum geht es im Kern!

Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung – und darüber muss man sich in aller illusionslosen Härte im Klaren sein – steht eben nicht mehr im Vordergrund, sondern die Produktions- und Reproduktionsbedingungen einer in die Krise schlitternden kapitalistischen Ökonomie und das konnten auch schon in den letzten zwei Monaten alle mitbekommen, die in den Medien verfolgt haben, welcher Tenor denn da vorherrschte und welche Hauptsorgen da geäußert wurden.

Und zur bitteren Wahrheit gehört eben auch, dass  Corona eine Klassenfrage ist. Am Anfang traf es die Ischgl-Urlauber und Kreuzfahrtpassagiere aus dem mittleren und gehobeneren Angestelltensegment. Die sitzen inzwischen im Homeoffice und stellen fest, dass Heimarbeit und Homeschooling sich nicht immer gut miteinander kombinieren lassen. Während ein erheblicher Teil der an allen möglichen Orten neu aufflammenden Infektionsherde Menschen aus Flüchtlingsunterkünften und subproletarischen Hochaussiedlungen trifft und besonders dort, wo große Zahlen von Beschäftigten in meist prekären Verhältnissen arbeiten: in der Leiharbeit, in Fleischfabriken, bei Paketdiensten und Logistikzentren. Auch hier, wie im Schulsystem, tritt nun der ganze Wahnsinn eines entgrenzten Ausbeutungsregimes zutage, für das vor mehr als 15 Jahren mit der Agenda 2010 ein breiter Niedriglohnsektor weitgehend gewerkschaftsfreier und entrechteter Arbeit geschaffen wurde. Und genau diese KollegInnen können es sich nun nicht leisten, bei einem positiven Testergebnis mitsamt ihren Kontaktpersonen zwei Wochen in Quarantäne zu gehen, für die Schließung ganzer Betriebsteile verantwortlich gemacht zu werden und am Ende ohne großes Aufhebens durch irgend eine andere austauschbare Arbeitskraft ersetzt zu werden. Und deshalb lassen sich viele potentiell Betroffene nicht testen.

Damit die Wirtschaft wieder läuft, müssen auch Schulöffnungen mit der Brechstange durchgedrückt werden, müssen erhöhte Infektionszahlen in Kauf genommen werden, das ist das Credo, nach dem verfahren wird. Und wir Lehrkräfte sind dafür nicht nur Versuchskaninchen, sondern das Kanonenfutter für die Interessen der großen Konzerne und jener Standortkrieger, die um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zittern.

Lassen wir uns das nicht bieten!

Statt unkontrollierten Schulöffnungen wäre jetzt die Zeit, sich sinnvoll auf die Krisensituation einzustellen.

Und das hießt kurzfristig:

  • Tägliche PCR-Tests für alle am Schulbetrieb Beteiligten;
  • Masken nach FFP2-Standard für SchülerInnen und Lehrkräfte;
  • Unverzügliche Tests von Schüler*innen und Kolleg*innen beim ersten Auftreten von Symptomen.

Und mittelfristig:

  • Regelhaft deutlich kleinere Lerngruppen und mehr Personal an die Schulen;
  • A13 für Grundschullehrkräfte und tarifliche Aufwertung der Berufe des Sozial- und Erziehungsdienstes;  
  • Schulgebäude und Lerninfrastruktur, die ein gemeinsames Lernen in menschenwürdiger Umgebung in und nach Corona ermöglicht.

Um das durchzusetzen, brauchen wir die Solidarität aller Schulformen und Professionen des Bildungssektors und darüber hinaus auch der SchülerInnen und der Eltern, der lohnabhängigen Familien.

Es ist unsere Arbeit, unsere Gesundheit und unser Leben!

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Aktuelles
news-665 Sat, 20 Jun 2020 10:48:36 +0200 Grundschulöffnung am 22.6.2020 | Kundgebung | Redebeitrag https://www.gew-nordhessen.de/home/details/665-grundschuloeffnung-am-2262020-kundgebung-redebeitrag/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=bd7582593e317b75dc1fdbfba93c2b51 Wir dokumentieren zum Nachlesen den Redebeitrag von Johannes Batton Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Eltern liebe Schülerinnen und Schüler,

am Dienstag letzter Woche war die Grundschulwelt noch vergleichsweise in Ordnung. An diesem Tag gab der hessische Kultusminister in einer Pressemitteilung bekannt, er habe eine „Konzeptgruppe Schuljahresbeginn“ ins Leben gerufen. Diese solle unter Beteiligung von Schulleiterinnen, Eltern, Schülern und dem Hauptpersonalrat der Lehrkräfte in den nächsten Wochen ein Konzept für den Schulbetrieb nach den Sommerferien erarbeiten. Prima so, dachte ich mir. Keine einsamen Entscheidungen mehr. Beteiligungsrechte werden ab jetzt Ernst genommen. So soll es sein.

Doch lag ich mit dieser Einschätzung völlig daneben. Zur gleichen Zeit lag nämlich schon der Brief in der Schublade, der am nächsten Morgen an alle Grundschulen und Grundstufen geschickt wurde, dort völlig unerwartet einschlug und für helle Empörung sorgte. Er enthielt die Weisung, am Montag, 22.6.2020 den Regelbetrieb wieder aufzunehmen.

Warum die Empörung? Wegen der Missachtung von Schulleiterinnen, Lehrkräften und Kindern, die in diesem Vorgehen zum Ausdruck kommt. Der bis dahin gültige Erlass enthielt die eindeutige Festlegung, dass der Präsenzunterricht, wie er überhaupt erst seit dem 2. Juni auf der Basis des Abstandsgebots für alle Klassenstufen praktiziert wurde, bis zu den Sommerferien Bestand haben würde. Alle Schulen hatten den Unterricht auf dieser Grundlage organisatorisch und inhaltlich geplant. Dass sie nun, kaum dass sie sie erstellt hatten, all diese Planungen für ganze 10 Unterrichtstage wieder über den Haufen werfen und neu machen mussten - Raumpläne, Stundenpläne, Personaleinsatzpläne, Aufsichtspläne und was alles dazu gehört – ist absurd. Verehrter Minister, wie wäre es denn mit ein wenig Respekt vor der Arbeit von Schulleiterinnen?

Ebenso krass finden wir, dass Lehrkräfte, die kleinen Kindern gerade die Notwendigkeit des Schutzes, der über Abstandsregeln gegeben ist, vermittelt hatten, und die nun in den letzten Tagen beobachten konnten, wie umsichtig ihre Kinder geworden waren, wie sie Abstände einhielten und ihr Verhalten ritualisierten, dass die gleichen Lehrkräfte den gleichen Kindern nun ab Montag vermitteln müssen, dass der Schutz auf einmal nicht mehr im Abstand liegt, sondern in der Nähe, der Nähe in der großen Gruppe. Wobei das natürlich nur in der Schule gilt. Es ist geradezu skurril: Während auf der Liegewiese im Freibad unter freiem Himmel ein Abstandsgebot von 1,50 m vorgeschrieben wird und sich nur eine Person pro 5 qm aufhalten darf, sollen sich in den Klassenräumen der Grundschulen, die sich oftmals auch noch schlecht durchlüften lassen, mehr als 20 Kinder und eine Lehrkraft drängeln. Verehrter Herr Minister, spielen Sie hier mit der Glaubwürdigkeit von Lehrkräften? Wie wäre es mit ein wenig mehr Achtung vor Kindern und Respekt vor der Arbeit von Grundschullehrerinnen!?

Und das Empörendste von allem, weil es selbst wenn es nicht so klar ausgesprochen worden wäre, genau das Empfinden der Lehrkräfte trifft, kam in einem Interview des Ministers zum Ausdruck, das er ebenfalls am Dienstag letzter Woche der FR gegeben hat. Frage FR: Der Virologe Hendrik Streeck von der Universität Bonn hat empfohlen, die zwei Wochen vor den Sommerferien als Testphase zu nutzen und die Schulen für alle zu öffnen. Dann könne man sehen, ob die Infektionszahlen tatsächlich steigen Antwort Minister Lorz: „Ich finde diese Idee sehr spannend.“

Verehrter Minister: Wie wäre es, wenn Sie sich ein wenig besännen auf die Verantwortung die Sie kraft Amtes auch für die Gesundheit hessischer Schülerinnen und Lehrkräfte haben? Dann fänden Sie einen solchen Test vielleicht nicht mehr spannend, sondern einfach nicht verantwortbar

Auch interessant in diesem Zusammenhang: Wer heute das Interview nachlesen will, findet im Internet folgende Anmerkung der Redaktion: Professor Streeck legt Wert auf die Feststellung, dass er eine Öffnung der Schulen als Testphase vor den Sommerferien NICHT empfohlen hat.

Es ist keine Frage: Kinder haben ein Recht auf Bildung und sie brauchen die Gemeinschaft anderer Kinder. Wir können auch das Bedürfnis von Eltern verstehen, ihre Kinder wieder wie im Regelbetrieb jeden Tag zur Schule zu schicken. Wir verstehen ihre Nöte. Aber Kinder haben ebenso wie Lehrkräfte auch ein Recht darauf, dass mit ihnen keine Versuche unternommen werden, nach dem Motto: schauen wir mal, was passiert. In der Wissenschaft wird die Frage des Infektionsrisikos von Kindern und ihre Rolle als Verteiler des Virus weiter diskutiert und ist keineswegs geklärt. Solange das so ist, müssen wir vorsichtig sein. Was wir da am wenigsten brauchen können, sind ministerielle Schnellschüsse zur Unzeit mit fragwürdiger Absicht. Nein, Herr Minister, Ihre Versuchskaninchen wollen wir nicht sein!

Was können wir jetzt noch tun, nachdem zahlreiche Proteste und Forderungen an den Kumi, seine Entscheidung rückgängig zu machen, bis heute ungehört geblieben sind? Eine Hoffnung, wie es gelingen könnte, die angestrebte Testphase doch noch zu unterlaufen, verbinde ich mit folgender Überlegung: Es gibt etliche Eltern, die Bedenken haben, ihre Kinder unter diesen Vorzeichen in die Schule zu schicken. Das Kultusministerium hat – vermutlich um eine Klage von Eltern zu vermeiden – die Präsenzpflicht für die Schüler aufgehoben. Insofern ist nicht klar, wie viele Kinder nächste Woche tatsächlich in die Schule kommen werden. Viele Eltern dürften in dieser Frage noch zögerlich bzw. schwankend sein. Wir sollten ihnen die Entscheidung erleichtern, indem wir versichern, dass Kinder, die in den letzten Tagen zu Hause bleiben, keine Nachteile zu befürchten haben, etwa weil keine neuen Lerninhalte durchgenommen werden. Es gibt Schulen, die dies aktiv angegangen sind und die nun davon ausgehen, dass nur ein Drittel ihrer Schülerinnen in den nächsten 2 Wochen in ihre Grundschule kommen werden, so dass man dort auch in den letzten Schultagen an den bisher geltenden Abstandsregeln festhalten kann. So könnte es vielleicht doch noch gelingen.

In diesem Sinne wünsche ich euch das Beste, kommt gut und vor allem gesund mit den euch anvertrauten Kindern durch den Rest des Schuljahres. Vielleicht wird ja auch noch was aus der „Konzeptgruppe Schuljahresbeginn“. So etwas ist dringend nötig, denn wir brauchen ein Konzept für die weitere Schulöffnung nach den Sommerferien, aber es muss ein Konzept sein, das verantwortbar ist und an dem alle Beteiligten mitgewirkt haben.

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Aktuelles