Einen Teil dieser Pressemitteilung hat die HNA in ihrer Ausgabe vom 20. Februar 2026 veröffentlicht.
Hier alle Infos der GEW Kassel sowie der Aufruf zum Protest (pdf).
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Stadt und Landkreis Kassel protestiert entschieden gegen die Bildungskürzungen der schwarz-roten Landesregierung. Nachdem im letzten Jahr schon die Besoldungserhöhung bei den verbeamteten Landesbeschäftigten verschoben wurde, trifft es jetzt den Bildungsbereich direkt: So bekommen beispielsweise die integrierten Gesamtschulen wichtige Stundenzuschläge gestrichen, was eine Kürzung von einer oder mehreren Lehrerstellen pro Schule bedeutet. Auch die Studienseminare, die in Hessen das Referendariat organisieren, mussten zum 1. Februar eine Stundenkürzung hinnehmen und haben deshalb weniger Ressourcen für die Lehrkräfteausbildung. „Diese Kürzungen sind ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten, die tagtäglich gute Arbeit leisten“, so Kathrin Donskoi, Co-Vorsitzende der GEW Kassel-Stadt. Donskoi weiter: „Aus Regierungskreisen werden jetzt nach und nach diverse Kürzungsmaßnahmen verkündet, damit der große öffentliche Aufschrei ausbleibt. Als GEW legen wir jedoch den Finger in die Wunde und stellen uns hinter unsere Kolleg:innen!“
Im Gegensatz dazu rühmt sich das Kultusministerium, einen der größten Bildungshaushalte der letzten Jahre aufgestellt zu haben. „Das ist ein reiner Etikettenschwindel“, stellt Jens Zeiler fest, Vorsitzender der GEW Kassel-Land. „Im aktuellen Haushalt sind längst geplante und in der Vergangenheit erkämpfte Erhöhungen eingestellt, die die aktuelle Regierung nur mitträgt und nicht selbst zu verantworten hat. Ein wichtiger Punkt ist da beispielsweise die schrittweise Anpassung der Bezahlung von Grundschullehrkräften an die anderen Lehrämter auf A13, die 2023 beschlossen wurde. Neue Erhöhungen und Verbesserungen findet man dagegen keine im Haushaltsentwurf, wohl aber die von uns kritisierten Einschnitte“, so Zeiler weiter. Die GEW hält diese Kürzungen trotz angespannter Haushaltslage nicht für alternativlos: „Bildung ist Ländersache – die bis 1997 erhobene Vermögenssteuer war es aber auch. Sie könnte wieder reaktiviert werden, wenn das politisch gewollt wäre. So hätte das Land Hessen mehrere Milliarden Euro mehr im Haushalt, dieses Geld brauchen wir akut für Bildung und Soziales“, fordert Kathrin Donskoi.
Aus Sicht der GEW ist politischer Druck notwendig, um die Bildungskürzungen abzuwehren: „Alle reden davon, wie wichtig Bildung ist, gerade im Wahlkampf. Auch aus den Reihen der Regierungsparteien hören wir das, die praktische Politik ist aber das glatte Gegenteil. Deshalb tragen wir den Protest auf die Straßen!“, stellt David Redelberger-Engel fest, stellvertretender Vorsitzender der GEW Kassel-Land und selbst Lehrer an einer integrierten Gesamtschule. Die GEW ruft zu einem Protest am Mittwoch, den 25. Februar 2026 um 16:45 Uhr an der Offenen Schule Waldau (OSW) auf. Dort sollen die Kürzungen an einem symbolischen Ort thematisiert werden, da auch die OSW als integrierte Gesamtschule betroffen ist. „Uns ist es ein Anliegen, dass alle Beschäftigten gemeinsam gegen den Bildungsabbau protestieren: Getroffen werden nur einige, aber gemeint sind wir alle“, so Redelberger-Engel abschließend.