12.000 Unterschriften für praxistaugliches Konzept an den Hessischen Kultusminister Alexander Lorz

Pressemitteilung 1. Dezember

12.000 Unterschriften für praxistaugliches Konzept für den Unterricht unter Pandemie-Bedingungen an den Hessischen Kultusminister übergeben.

Frankfurt (GEW): Am heutigen Dienstagvormittag übergab Maike Wiedwald, Vorsitzende der GEW Hessen, die rund 12.000 Unterschriften unter der Petition „Hessen braucht ein Konzept für den Unterricht unter Pandemie-Bedingungen" an den Hessischen Kultusminister Alexander Lorz.

Aus diesem Anlass erklärte Maike Wiedwald: „Inzwischen sind die Temperaturen in Hessen im Minusbereich. In den Klassenzimmern ist es jetzt richtig frostig, nicht nur im übertragenen Sinne. Denn außer regelmäßigem Lüften ist dem Kultusminister noch nicht viel eingefallen, um die Schulen auf einen Winter in der Corona-Pandemie vorzubereiten. 12.000 Menschen haben unsere Petition unterschrieben und fordern mit uns, dass der Kultusminister endlich ein tragfähiges Konzept für den Unterricht unter Pandemiebedingungen entwickelt. Angesichts der auch nach vier Wochen ,Lockdown-Light' unverändert hohen Infektionszahlen in ganz Hessen müssen die Schulen endlich flächendeckend in das Wechselmodell übergehen. Nur mit Abstand in kleineren Gruppen ist es gegenwärtig möglich, das Risiko einer Infektion zu minimieren und gleichzeitig guten Unterricht unter akzeptablen Rahmenbedingungen sicherzustellen."

Um den Kultusminister und die gesamte Landesregierung an ihre Verantwortung für den Gesundheitsschutz und für ein praxistaugliches Konzept für den Unterricht unter Pandemie-Bedingungen zu erinnern, erhielt der Kultusminister neben den Unterschriften auch einen Arbeitsplan mit täglichen Aufgaben bis zu den Weihnachtsferien in Form eines Kalenders.

Dazu wurden exemplarisch einige der insgesamt über 3.800 Kommentare ausgewählt, welche die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner verfasst haben:
„Wir tun unser äußerst Mögliches, um diese Krisensituation zu bewältigen. Unsere Schulleitung schafft regelmäßig mehr, als eigentlich menschenmöglich sein sollte. Geben Sie uns die Mittel, unsere Schulen und unser Land sicher durch diese Zeit zu bringen. Unsere Bereitschaft haben Sie bereits."

„Für mich ist nach wie vor nicht nachvollziehbar, warum in allen gesellschaftlichen Bereichen die AHA-Regel gilt, das Einhalten sogar vehement eingefordert wird, nur im Präsenzunterricht wird sie nach wie vor ausgesetzt."

„Keine Schülerin und kein Schüler darf durch eine Quarantänemaßnahme oder gar eine Schulschließung abgehängt werden. Die Schülerinnen und Schüler müssen die Chance haben und erhalten, offen gebliebene Fragen zu klären, Inhalte nachzubesprechen und aufzuarbeiten."

Zum Hintergrund

Binnen vier Wochen haben rund 12.000 Menschen die von der Bildungsgewerkschaft GEW initiierte Petition „Hessen braucht ein Konzept für den Unterricht unter Pandemie-Bedingungen" unterstützt. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner erheben damit die Forderung, bei einer erhöhten Inzidenz an den Schulen zum Wechselmodell zwischen Präsenzunterricht und Distanzunterricht überzugehen, um so in verkleinerten Lerngruppen das Abstandsgebot auch im Unterricht einhalten zu können. Auf diesem Weg sollen drohende flächendeckende Schulschließungen vermieden werden. Darüber hinaus werden unter ande- rem auch mehr Vertretungskräfte für die Schulen, die Anschaffung von hochwertigen Lüftungsgeräten sowie der beschleunigte Ausbau der digitalen Bildungsinfrastruktur eingefordert.