Testmöglichkeiten deutlich ausweiten

Testergebnisse zeitnah erhalten

 

Rückmeldungen zur Möglichkeit freiwilliger Corona-Test

Die Hoffnung, dass der positive Trend fallender Infektionszahlen sich über den Sommer fortsetzen und einen annähernd normalen Schulbeginn ermöglichen würde, hat sich leider nicht erfüllt. In Hessen sind die Infektionszahlen wieder merklich in die Höhe gegangen. Mittlerweile liegen sie in  mehreren Landkreisen Hessens bei deutlich mehr als 20 wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Darauf reagierten die Landkreise mit sehr unterschiedlichen Maßnahmen.  So wurden zum Beispiel im Landkreis Groß Gerau,  Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte durch Verordnung des Landkreises verpflichtet, auch im Unterricht Masken zu tragen. Sportunterricht darf nicht erteilt werden.  Es ist und bleibt der beste Infektionsschutz, genügend Abstand zu halten. Und genau hierfür werden wir auch weiter eintreten.

Es ist gut, dass die Landesregierung die Möglichkeit für freiwillige Tests von Landesbeschäftigten geschaffen hat. Jetzt muss dieses  Angebot kostenlos aber auch allen Beschäftigten der Schulträger inklusive der Teilhabeassistenzen oder von Einrichtungen der Jugendhilfe in der Schule eröffnet werden. Dabei muss aber allen bewusst sein, dass diese Maßnahme keinen ausreichenden Infektionsschutz bedeutet und auch über den Herbst hinaus ermöglicht werden muss.

Aus Rückmeldungen von Kolleginnen und Kollegen wissen wir, dass es oft nicht sehr einfach ist, einen Termin für einen Corona-Test zu bekommen. So gibt es in einigen Regionen nur einen Arzt oder eine Ärztin, die die freiwilligen Tests für Lehrkräfte durchführen. Einige Ärzte und Ärztinnen, die auf der Liste standen, wussten davon offenbar nichts und wollten auch keine Tests durchführen. Andere sind nur auf die Liste gegangen, um die Lehrkräfte, die bereits ihre Patientinnen und Patienten sind, testen zu können.

Zum Start der Möglichkeit, sich freiwillig testen zu lassen, am 10. August 2020 hatten  viele Ärzte und Ärztinnen noch nicht die notwendigen Testmaterialien erhalten. Schon vereinbarte Termine wurden wieder abgesagt und sind teilweise bis heute noch nicht neu vereinbart worden.

Die Chance, durch Tests Infektionsketten zu unterbrechen, hängt maßgeblich von einer schnellen Übermittlung der Testergebnisse ab. Inzwischen haben uns  Lehrkräfte aus unterschiedlichen hessischen Landkreisen berichtet, dass  sie eine ganze Woche auf ihr Testergebnis warten müssen, weil die  Test-Sets auf dem Postwege an das entsprechende Labor geschickt werden müssten. Es war teilweise die Rede davon, dass nur ein einziges Labor die freiwilligen Corona-Test der Lehrkräfte auswerten würde.  

An dieser Stelle müssen Gesundheitsämter, Ärzte und Laboreinrichtungen  Verstärkung erhalten, damit dieses sinnvolle Angebot und die Bereitschaft vieler Lehrkräfte, sich testen zu lassen, um sich und ihre Schulgemeinde zu schützen, auch umgesetzt werden kann.

Die Kolleginnen und Kollegen einzelner Schulen haben in Anbetracht dieser Situation den völlig berechtigten Wunsch geäußert, einen Arzt oder eine Ärztin oder auch das Gesundheitsamt zu einem fixen Termin an die Schule zu holen, um Lehrkräften, die dies möchten, einen freiwilligen Corona-Test auch vor Ort zu ermöglichen.  Diese Anstrengungen scheiterten offenbar bisher an der ablehnenden Haltung der Kassenärztlichen Vereinigung.

Wir fordern das Hessische Kultusministerium auf, gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den Gesundheitsämtern Regelungen zu schaffen, die es allen in der Schule Beschäftigten ermöglichen, einen freiwilligen Corona-Test ohne großen Aufwand machen lassen zu können und auch zeitnah ein Ergebnis zu erhalten. Die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen wie zum Beispiel die Erhöhung der Testmöglichkeiten oder auch die Ermöglichung der schnelleren Auswertung im Labor müssen so schnell wie möglich geschaffen werden und durch Landesmittel abgesichert werden.

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